28.08.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Arnold Schwarzenegger
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Arnold Schwarzenegger wird im kalifornischen Wahlkkampf mit allerlei Vorwürfen konfrontiert. Auch ein 26 Jahre altes Interview über sein Sexleben ist aufgetaucht.
Die Demokratische Partei fährt im kalifornischen Wahlkampf schwere Geschütze auf. Parteisprecher Bob Mulholland hat dem republikanischen Kandidaten für das Gouverneursamt, Arnold Schwarzenegger, die Nazi-Vergangenheit seines Vaters vorgehalten.
«Ich kämpfte in Vietnam. Gray Davis kämpfte in Vietnam, und wir lassen uns nicht von jemandem ersetzen, dessen Vater in der Nazi-Armee diente», zitiert «Bild» Mulholland. Schwarzeneggers Vater war nach Berichten des Onlinedienstes «News 24» seit 1938 Mitglied der NSDAP und später in der SA. Die «Nazi-Jäger des Simon-Wiesenthal-Centers» seien den Wurzeln des 1947 geborenen Arnold Schwarzenegger nun auf den Spuren, so «Bild». Doch hat der selbst bereits 1990 beim Wiesenthal-Center eine Anfrage über die Vergangenheit seines Vaters gestellt, mit dem er sich bis zu dessen Tod überworfen hatte, wie «News 24» berichtet. Außerdem soll er dem Wiesenthal-Center Geld gespendet haben und mit einem der Gründer befreundet sein.
Sex-Orgien und King KongFür Wirbel sorgt in Amerika derzeit auch ein Interview von 1977, in dem der damals 29-jährige Schwarzenegger über das Liebesleben von Bodybuildern und Geschlechtsteilgrößen referiert hat. Der Onlinedienst «Smoking Gun» hat die alte Zeitschrift «Oui» aus dem Hause «Playboy» ausgegraben.
Der heute 56-Jährige erzählte darin sehr offen von Sex-Orgien, an denen er teilgenommen habe. Nach seiner Penis-Größe befragt, die bei Bodybuildern wegen der Hormoneinnahme bekannterweise kleiner ausfällt, sagte der spätere Filmstar: «Der Penis ist kein Muskel, deshalb wächst er im Verhältnis zu den Schultern nicht mit.» Man könne ihn nicht trainieren.
Wildes LebenAußerdem habe er häufig kurz vor Wettkämpfen mit Bodybuilder-Groupies geschlafen: «Wir hatten hinter der Bühne Mädchen für Sex, dann sind wir rausgegangen und haben gewonnen.» Er und seine damaligen Kollegen hätten sich gefühlt wie King Kong.
In einem aktuellen Radio-Interview habe Schwarzenegger über die «Oui»-Geschichte nur müde lächeln können: «Ich habe mein Leben nicht darauf hin gelebt, Politiker zu werden», zitiert «Abc News» den Schauspieler. Er habe eben ein sehr wildes Leben gelebt.
Schwarzeneggers BodycountZu guter letzt hat sich laut dem Onlinedienst «Wenn» ein Fan die Mühe gemacht, die Filmleichen in Schwarzeneggers Karriere zu zählen. 289 soll er schon auf dem Gewissen haben. Das seinen Film-Charakteren hinterher meistens auch noch ein cooler Spruch dazu eingefallen ist, hat in den USA Waffengegner gegen den Kandidaten aufgebracht.
Die kalifornische, demokratische Senatorin Dianne Feinstein wirft Schwarzenegger laut amerikanischen Agenturen vor, Waffen zu «glorifizieren». Der Schauspieler selbst hat sich bisher sehr zurückhaltend zu dem Thema geäußert. Nur einmal sagte er, dass er «vorsichtige Waffenkontrollen» unterstütze. Allerdings stehe er für das Recht ein, Waffen zu tragen.
Ob die vermeintlichen Skandale ihm geschadet haben, wird sich erst bei der Wahl am 7. Oktober herausstellen, denn aktuelle Umfragen kommen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Laut «Los Angeles Times» liegt Schwarzenegger mit 22 Prozent in der Wählergunst weit hinter seinem demokratischen Herausforderer Bustamente zurückliegt, der auf 35 Prozent kommt. Laut dem lokalen Fernsehsender «KABC-TV» kann der Schauspieler mit 45 Prozent der Wählerstimmen rechnen, Bustamente käme dagegen gerade mal auf 29 Prozent. (nz)