Athina Onassis, armes reiches Mädchen
29.01.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Aristoteles Onassis
Quelle: Agence France-Presse
Die Enkelin des Reeder-Milliardärs Aristoteles Onassis wird volljährig und damit eine der reichsten Frauen der Welt. Für sie kein Grund zur Freude.
Am 29. Januar feiert Athina Roussel-Onassis ihren 18. Geburtstag. Und tritt damit ein schweres Erbe an. Ihre 1988 verstorbene Mutter, Christina Onassis, hat sie als Alleinerbin ihres gesamten Vermögens eingesetzt - zwischen drei und sechs Milliarden Euro sollen es sein. Dazu gehören Anteile an etwa 100 Unternehmen, ganze Inseln, Ferienanlagen, Villen, Kunst- und Juwelen-Sammlungen. Ein paar Milliarden mehr werden es an Athinas einundzwanzigsten Geburtstag, wenn sie Verfügungsgewalt über die Onassis-Stiftung bekommt.
Der Fluch der OnassisNeben dem unfassbaren Reichtum erbt das Mädchen jedoch auch eine tragische Familiengeschichte:
Da wäre zuerst ihr Großvater, Aristoteles Onassis, der eine einzigartige Karriere als Schiffsreeder machte und Million um Million anhäufte. Berühmtheit erlangte er aber vor allem als legendärer Lebemann, als Liebhaber der Operndiva Maria Callas und als Ehemann der US-Präsidenten-Witwe Jacqueline Kennedy.
Trotz seines unabhängigen Lebens im Luxus starb Onassis einsam - es heißt an gebrochenem Herzen über den frühen Tod seines Sohnes Alexander, dem Bruder von Athinas Mutter, der bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam.
Ihre Mutter starb, als Athina drei Jahre alt war. Nach jahrelanger Fress-, Alkohol- und Medikamentensucht. Athinas Vater hatte sich ein Jahr vorher von Christina Onassis scheiden lassen wegen einer anderen Frau. Er nahm Athina zu sich. Heute lebt sie mit ihrem Vater, ihrer Stiefmutter und drei Halbgeschwistern in der Schweiz.
Athinas Vater Thierry Roussel, selbst Millionenerbe des Pharma-Konzerns Roussel-Uclaf und mit einem üblem Ruf als Playboy behaftet, stritt jahrelang mit dem Rat der Onassis-Stiftung um Athinas Erbe. Schließlich wurde die Verwaltung des mächtigen Vermögens vor einigen Jahren der Luzerner Treuhandgesellschaft KPMG Fides übertragen. Es gibt eine windige Geschichte über eine vom Stiftungs-Rat geplante, gescheiterte Entführung Athinas, um sie dem Einfluss ihres habgierigen Vaters zu entziehen.
Trotz seines schlechten Rufes hat Roussel es allerdings geschafft, Athina relativ behütet und paparazzifrei heranwachsen zu lassen. Zwar hat sie auf Reisen bis zu elf Bodyguards um sich, aber auch ihre Ruhe. Einen Wunsch hat die passionierte Springreiterin aber doch, wenn ihr das Onassis-Erbe zur Verfügung steht: Sie möchte eine Pferdezucht aufbauen - für bescheidene 40 Millionen Euro. (nz)