21.11.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Lafontaine geht es «den Umständen entsprechend»
Der Patient beantwortet keine Presseanfragen - anstelle von Oskar Lafontaine äußerte sich nun die Linke zur Gesundheit ihres Parteichefs. Gregor Gysi rechnet gar schon mit einer baldigen Rückkehr des Politikers in die Bundespolitik.
Linke-Chef Oskar Lafontaine hat seine Krebsoperation nach Parteiangaben gut überstanden. «Der Eingriff verlief erfolgreich», teilte Parteisprecher Hendrik Thalheim am Samstag in Berlin mit. «Ihm geht es den Umständen entsprechend gut.»
Der Heilungs- und Genesungsprozess entspreche den Erwartungen der behandelnden Ärzte. Der 66-jährige Linkspartei-Politiker war am Donnerstag im saarländischen Homburg wegen einer Prostatakrebs- Erkrankung operiert worden.
Nach Thalheims Worten bitten Lafontaine und seine Ehefrau Christa Müller darum, von jeglichen Presseanfragen Abstand zu nehmen, um sich ganz auf die notwendigen Schritte für eine vollständige Genesung konzentrieren zu können. Thalheim wies darauf hin, dass auch die 92-jährige Mutter von Müller akut erkrankt und vor wenigen Tagen in eine Klinik eingewiesen worden sei.
Gysi schreibt Lafontaine nicht abLinken-Fraktionschef Gregor Gysi sagte, er rechne fest mit der Rückkehr Lafontaines in die Bundespolitik. «Wir haben miteinander telefoniert, und ich bin sehr optimistisch, dass er der Bundesrepublik und unserer Partei auch politisch erhalten bleibt», sagte Gysi laut «Tagesspiegel». Lafontaine habe «doch diese Ambitionen». Schließlich habe der Parteichef nicht zufällig im Bundestag auf die Regierungserklärung von Kanzlerin Angela Merkel geantwortet.
Die Debatte über eine Lafontaine-Nachfolge in seiner Partei bezeichnete Gysi als «völlig daneben». «Wenn jemand ins Krankenhaus kommt, denkt man über alles Mögliche nach - aber nicht über dessen Nachfolge.» (nz/dpa/AP)