Label für einen wilden Mix: 

netzeitung.dePferdegeschirr Marke «Utz Claassen»

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Von Armkettchen Marke 'UC' war nicht die Rede (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Von Armkettchen Marke 'UC' war nicht die Rede
Foto: dpa
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Der frühere EnBW-Chef hat seinen Namen als Marke schützen lassen. Schon das verwundert - er ist schließlich weder Schauspieler oder Musiker noch Designer. Noch merkwürdiger ist die Produktpalette.

Was Lagerfeld, Joop und Yves Saint Laurent können, kann ich auch, dachte sich wohl Utz Claassen: Der frühere EnBW-Chef hat sich seinen Namen als Marke eintragen lassen. Einen entsprechenden Bericht der «Stuttgarter Nachrichten» bestätigte der 46-Jährige im Grundsatz, ohne Einzelheiten nennen zu wollen. Er bezeichnete es allerdings als «pure Spekulation», dass er mit den Produkten Geld machen wolle.

Aus der Tatsache, dass er sich Markenrechte habe eintragen lassen habe, könne man «nichts herleiten», sagte er bei einer Buchpräsentation in Freiburg. Sicher ist jedenfalls: Unter dem Label «UC Utz Claassen» hat er sich beim deutschen Patent- und Markenamt Markenrechte für verschiedene Produkte sichern lassen – schon Ende August, wie die Zeitung berichtet.

Und die «Stuttgarter Nachrichten» zählen auch auf, um welche «hochwertigen Konsum- und Freizeitprodukte» es sich handelt. Zu den Artikeln gehören Uhren, Schmuck, Edelmetalle, Handkoffer und Regenschirme. So weit, so gut. Doch die Mischung wird skurriler: Die Marke «UC» im laut «StN» grau-blau-violetten Farbton ist auch geschützt für – Achtung! – Papier, Pappe, Klebstoffe, Pinsel, Schreibmaschinen, Häute, Felle, Peitschen und Pferdegeschirr.

Ein wilder Mix
Ein wilder Mix, den Claassen da unter seinem Namen vermutlich vertreiben will. Denn wie glaubwürdig erscheint seine Aussage, die Vermutung, er wolle damit Geld verdienen, sei «pure Spekulation»? Sinn des Markenschutzes ist es ja schließlich, dass niemand sonst diese Waren unter der gleichen Bezeichnung vertreiben darf. Der Markenschutz gilt für zehn Jahre.

Zumindest einen Teil dieser Zeit dürfte Claassen brauchen, um die Marke auch zu etablieren. Schließlich ist Claassen bislang nicht als Designer hervorgetreten, sondern als Manager. Der studierte Diplom-Ökonom war Associate bei McKinsey, im Management von Volkswagen und Seat, leitete den Mechatronik-Konzern Sartorius und schließlich EnBW, bis er dort zum Oktober 2007 ausschied. Anschließend stritt er sich mit dem Karlsruher Konzern um Pensionszahlungen.

Vor vier Wochen einigten sich beide Seiten darauf, dass Claassen eine einmalige Abgeltung von 2,5 Millionen Euro erhält. Das könnte, so die «StN» ein gutes Startkapital fürs neue Geschäft sein. (nz)