Stichwort: Worum es in der Gentechnik-Debatte geht
30.05.2001
Herausgeber: netzeitung.de
Menschlicher Embryo
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die zur Zeit heftig diskutierten Themen Präimplantations- diagnostik und embryonale Stamm- zellen haben nur eines gemeinsam: Es geht um Embryonen. Ansonsten sind beide Themen grundverschieden. Thema: Bioethik-Debatte Gewissensdiskussion im Bundestag
BERLIN. Seit mehreren Monaten schon wird in Deutschland über die Gentechnik diskutiert. Zwei Themen stehen dabei im Vordergrund: Die Forschung an embryonalen Stammzellen, von der sich Forscher neue Therapien für bislang unheilbare Volksleiden wie Diabetes und Alzheimer versprechen, und die Präimplantationsdiagnostik (PID). Beide Punkte haben eines gemeinsam: Es geht um Embryonen, welche für viele Menschen der Grundbaustein des Lebens sind, in deren Zellen viele Forscher aber noch weitere faszinierende Möglichkeiten sehen.
PID wird bereits praktiziertAbgesehen davon sind die Themen grundverschieden: Die Präimplantationsdiagnostik, also der Gentest des Embryos in der Petrischale, ist zwar strapaziös, da die Mutter eine künstliche Befruchtung über sich ergehen lassen muß, aber technisch ausgereift.
In vielen europäischen Ländern wird die PID daher angewandt um die Geburt von behinderten Kindern zu verhindern. Die Befürworter der Methode argumentieren, dass die PID besser sei als eine Schwangerschaft auf Probe, bei der ein behindertes Kind nach einer Untersuchung in den ersten Schwangerschaftsmonaten abgetrieben wird.
Heilerfolge mit Stammzellen bisher seltenDie Forschung an Embryonalen Stammzellen ist ebenfalls in einigen Ländern erlaubt. Ihre routinemäßige Anwendung für die klinische Praxis liegt allerdings noch in weiter Ferne. Ende April berichteten Forscher im Fachmagazin Science vom einem ersten Teilerfolg. Mäusen, die an Diabetes litten, pflanzten die Wissenschaftler embryonale Stammzellen ein. Diese Stammzellen bildeten zwar das Hormon Insulin, welches bei Diabetikern fehlt. Die Insulin-Produktion reichte aber nicht, um die Zuckerkrankheit der Mäuse zu behandeln.