netzeitung.deBreite Zustimmung für Rau

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Klare Grenzen in der Genforschung: Vertreter der Union und der Kirchen haben positiv auf die Rede von Bundespräsident Rau reagiert.

BERLIN. Vor allem die CDU/CSU und die beiden Kirchen haben die Positionen von Bundespräsident Johannes Rau zur Bio- und Gentechnologie begrüßt. Rau hatte in seiner zweiten «Berliner Rede» am Freitag klare moralische Grenzen gefordert und eine Grundsatzentscheidung des Parlaments zur Embryonenforschung angemahnt.

Von einer «brillianten Rede» sprach der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann. Der Bundespräsident habe die Tragweite der biomedizinischen Entwicklungen verdeutlicht.

Union: «Wichtiger Beitrag»
Rau habe «die richtige Rede zur richtigen Zeit gehalten», sagte der Vorsitzende des Rats der Evangelischen Kirche
in Deutschland (EKD), Manfred Kock. Der evangelische Landesbischof von Berlin-Brandenburg, Wolfgang Huber, nannte die Rede einen «Meilenstein in der Diskussion über die Gentechnik».

CDU-Parteichefin Angela Merkel wie auch CDU/CSU-Fraktionschef Friedrich Merz sprachen von einem bedeutenden und wichtigen Beitrag.

Kritik aus der FDP
Vorbehalte gegen die Raus Ausführungen äußerte dagegen die FDP. Die Forschungspolitikerin Ulrike Flach sagte, Rau habe jetzt in der Forschungspolitik eher eine «Anti-Ruck-Rede» gehalten.

Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gemlin (SPD) mahnte erneut einen breiten gesellschaftlichen gesellschaftlichen Diskurs über Risiken und Chancen der Gentechnik an. Sie sagte der «Magdeburger Volksstimme» vom Samstag: «Es gibt zur Zeit keinen Entscheidungsbedarf über Gesetze. Wir haben also die zeit, über alle Grundsatzfragen gründlich und in Ruhe zu diskutieren.»

Umfrage: Mehrheit für Forschungsverbot
Nach einer vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) und der «Bild»- Zeitung in Auftrag gegebenen Umfrage des Bonner dimap-Instituts sprach sich unterdessen eine Mehrheit von 67 Prozent der Befragten für eine Beibehaltung des Verbots der Embryonenforschung zur Krebsbehandlung aus.

63 Prozent der Befragten wollen allerdings bereits kurz nach der Befruchtung der Eizelle Tests auf schwere Krankheiten erlauben. 55 Prozent würden an sich selbst Gentests zur Feststellung etwa von Krebserkrankungen vornehmen lassen. (dpa)