10.05.2001
Herausgeber: netzeitung.de
Michel Friedman war überrascht. In seiner Talkshow plauderte Fürstin Gloria von Thurn und Taxis ganz und gar nicht politisch korrekt über Aids, Sex und Sterbehilfe.
BERLIN. Gloria von Thurn und Taxis sagte es frei heraus. «Sex ist dazu da, um Kinder zu kriegen, nicht zu Jux und Tollerei». Das sagte die streng gläubige Katholikin am Mittwochabend in der ARD-Talkshow «Friedman».
Und auch zu Aids hatte die Fürstin und Top-Managerin eine dezidierte Meinung. So habe Afrika ein Aids-Problem, «weil der Schwarze gerne schnackselt.» Auf den Einwurf des Moderators
Michel Friedman, dass der Weiße auch gerne «schnacksle», erweiterte die Fürstin ihre Theorie: Dort, «wo es wärmer ist«, würde man »aber noch lieber schnackseln». Somit gelte das auch für die Italiener.
Auf die ironische Frage des Moderators, wo sie eigentlich lebe, antwortete Gloria: «In Deutschland».
Angst vor der Sterbehilfe Gloria von Thurn und Taxis sprach sich in der Sendung auch gegen die Sterbehilfe aus. «Grundsätzlich ist der Mensch relativ schlecht. Er nutzt aus und missbraucht Gesetze.» So koste ein Euthanasie-Gesetz, das «den drei Leuten, die sterben wollen und dann auch sterben» helfe, andere Menschen das Leben. Arme Leute liefen Gefahr, von ihren Verwandten praktisch entsorgt zu werden, weil sie zu teuer sind. Reiche deshalb, weil die Nachkommen an ihre Erbe wollten.
Falls es in Deutschland zur gesetzlichen Sterbehilfe kommen sollte, will die Fürstin jedenfalls wegziehen: «Ich habe Schiss, wenn ich mal unausstehlich bin im Alter und Krach kriege mit meinen Kindern - Todesspritze.»