netzeitung.deMichael Jackson trauert um seine Kindheit

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Ohne Maske und mit Gipsfuß hielt Michael Jackson Rückschau. In Oxford forderte er mehr Rechte für Kinder - und weinte dabei um seine eigene, verlorene Jugend.

OXFORD. Bei einer Rede über seine Kindheit ist US-Popstar Michael Jackson in Tränen ausgebrochen. Er sei das «Produkt einer nie gelebten Kindheit», sagte der 42-Jährige am Dienstagabend vor rund 500 Studenten der Oxford-Universität. «Ich stehe hier nicht als Pop-Ikone, sondern als Ikone einer Generation, die nicht mehr weiß, was es heißt, Kind zu sein.»
Vater für die Prügelstrafe
Michael Jackson war schon früh zusammen mit vier seiner Geschwister ins Showgeschäft eingestiegen. Die «Jackson Five» verkauften 53 Millionen Platten. Sein Vater Joseph sei darauf fixiert gewesen, «uns zu einem kommerziellen Erfolg zu machen», sagte Jackson weiter. «Aber alles was ich wollte, war ein Papa.»

Der schmal und zerbrechlich wirkende Entertainer musste seine Rede an dieser Stelle mehrfach unterbrechen, weil ihn seine Gefühle übermannten. Joseph Jackson hatte erst kürzlich in einem Interview regelmäßige Prügel in der Kindererziehung empfohlen.

Liebe ohne Leistungszwang
Jackson - ohne die gewohnte Maske vor dem Gesicht und einen Fuß in Gips - bewies mit seiner Rede Mut: 1993 war er des sexuellen Missbrauchs an einem 13-Jährigen beschuldigt worden. Die Untersuchung der Vorwürfe war nach der außergerichtlichen Zahlung von 60 Millionen Mark fallen gelassen worden.

Anlass für Jacksons Rede in Oxford war die Gründung einer Wohltätigkeitsorganisation für Kinder. «Heal The Kids» will nach eigenen Angaben die Beziehung zwischen Kindern und ihren Eltern fördern. Unterstützt werden sollen Programme, die Kindern dabei helfen, «Liebe, Aufmerksamkeit und Zeit von ihren Eltern zu bekommen, ohne sie sich erst verdienen zu müssen.»

Zuhörer waren begeistert
Rund 20.000 Menschen hatten sich um Eintrittskarten bemüht. Die wenigen, die den «King of Pop» erleben durften, waren begeistert. Student Neil Evans sagte der BBC: «Es war eine unglaublich persönliche Rede, eine der besten, die ich in der Studentenvereinignung je gehört habe.» Vor seinem Auftritt wurde Jackson von seinen Fans gefeiert. Einige Fanclubs waren dafür sogar extra aus Deutschland angereist. (nz)