16.02.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Klaus Zumwinkel
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Keine Lust mehr auf Deutschland: Klaus Zumwinkel beginnt sein bereits angekündigtes «neues Leben» mit einem Umzug nach Italien. Dort residiert er fortan in seiner eigenen Burg.
Der wegen Steuerhinterziehung verurteilte ehemalige Postchef Klaus Zumwinkel hat Deutschland den Rücken gekehrt. Zumwinkel habe sich vor einigen Tagen ordnungsgemäß abgemeldet und wolle jetzt ganz in seine Burg am Gardasee ziehen, bestätigte am Montag ein Sprecher des Landgerichts Bochum. Augenzeugen beobachteten gegen Ende der vergangenen Woche, wie Umzugs-Lkw vor der gemieteten Villa Zumwinkels im Kölner Nobelviertel Marienburg beladen wurden. Zumwinkel müsse jeden Wohnsitzwechsel mitteilen, das gehöre zu den Bewährungsauflagen, sagte der Gerichtssprecher.
Allerdings sei Zumwinkel wohl auch in Italien für die deutsche Justiz erreichbar. «Alles was EU ist, geht», sagte er. Zumwinkel war vom Landgericht Bochum wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldbuße in Höhe von einer Million Euro verurteilt worden. Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft hatten am 14. Februar 2008 Zumwinkels Villa und sein Büro in Bonn durchsucht. Nach dem Urteil gegen ihn hatte Zumwinkel in einem Interview Ungerechtigkeiten bei seinem Prozess beklagt und angekündigt, ein «neues Leben» zu beginnen. (nz/AP)