«Eigenes Ich» muss nach Unfall wieder kommen: «Durchgangssyndrom» bei Althaus festgestellt08. Jan 2009 15:36  |  Die Piste, an der Dieter Althaus verunglückte | Foto: dpa |
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Thüringens Ministerpräsident leidet unter Orientierungsproblemen, wie seine Ärzte nun bekannt gaben. Der verunglückte Dieter Althaus wird schon bald in eine Jenaer Klinik verlegt, während seine Frau Lob vom Witwer erfährt.
Dieter Althaus wird nach seinem schweren Skiunfall in Österreich schon bald nach Deutschland zurückverlegt. Der 50-Jährige soll dann an der Uniklinik Jena behandelt werden, voraussichtlich ab Ende dieser Woche, sagte sein Arzt Reinhard Lenzhofer. Seine Amtsgeschäfte könne der thüringische Ministerpräsident aber noch lange nicht wieder aufnehmen. Der CDU-Politiker hat laut Lenzhofer örtliche und zeitliche Wahrnehmungsprobleme und leidet am sogenannten «Durchgangssyndrom», das noch länger dauern könne.
Die Verlegung nach Deutschland soll den Heilungsprozess fördern. Ob Althaus über den Tod der mit ihm zusammengeprallten Skifahrerin informiert ist, konnte der Arzt nicht sagen. Der 50-Jährige wurde auch noch nicht von seinem Anwalt besucht. Auch die Polizei hat ihn noch nicht verhört. «Wir hätten das auch gar nicht zugelassen», erklärte Lenzhofer. Althaus sei «derzeit nicht vernehmungsfähig». Er dürfe nicht überlastet werden.
Witwer nennt Katharina Althaus «sehr mutige Frau»
Der Anwalt von Althaus rechnet derweil mit einem schnellen Abschluss der Ermittlungen wegen des Verdachts der möglichen fahrlässigen Tötung. Auch Schadenersatzforderungen seien zu erwarten. Das persönliche Zusammentreffen der Familie des Opfers mit Althaus' Ehefrau und dessen Stellvertreterin Birgit Diezel bei der Beerdigung der 41-jährigen Frau verlief offenbar von beiden Seiten versöhnlich: Witwer Bernhard C. nannte Katharina Althaus in einem TV-Interview eine «sehr mutige Frau». Diezel sprach von einer freundlichen Aufnahme. Zu dem schwerverletzten Ministerpräsidenten war die thüringische Finanzministerin am Mittwochabend aber nicht vorgelassen worden.
Eine zeitliche Prognose zum Heilungsprozess wollten die österreichischen Ärzte nicht geben. Die Dauer eines Durchgangssyndroms sei sehr unterschiedlich. «Das lässt sich nicht beschleunigen», sagte Oberarzt Hubert Artmann. «Es können nur die Rahmenbedingungen verbessert werden.» Das bedeute, dass Althaus von allen Belastungen ferngehalten werden müsse, «damit das eigene Ich wieder kommen kann». Auch deshalb sei die Verlegung nach Jena sinnvoll, wie Lenzhofer sagte.
Althaus selbst habe den Wunsch nach einer Verlegung ebenfalls geäußert. Der Gesamtzustand des Patienten hat sich aber den Angaben zufolge in den vergangenen zwei Tagen weiterhin positiv entwickelt. «Er kann kurz aufsitzen und selbstständig essen und trinken», erklärte Lenzhofer. Nach Einschätzung von Artmann ist nach dem bisherigen Heilungsverlauf davon auszugehen, dass Althaus «keine bleibenden Schäden davontragen» wird. (AP/dpa/nz)
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