4. Durchgang der Dschungel-Show auf RTL: Wenn ein Ex- wieder zum Star werden will08. Jan 2009 15:04  |  Günther Kaufmann ist bei der vierten Staffel der Reality-Show mit dabei | Foto: RTL |
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Als Aufreger gestartet, wird «Ich bin ein Star, holt mich hier raus!» von RTL längst unter Comedy abgebucht. Wer sich über die Dschungelshow noch erregt, ist also selber schuld - oder? Kerstin Rottmann über ein TV-Erfolgsrezept.
Die Briten sind wieder weg, viel Platz also für die Deutschen im australischen Dschungelcamp. Am morgigen Freitag ist es soweit, dann startet RTL seine vierte Staffel der Reality-Show «Ich bin ein Star, holt mich hier raus!». Eklige Dschungelprüfungen, provokante Lästereien von den Moderatoren Dirk Bach und Sonja Zietlow, dazu eine Riege von Semi-Promis, wie sie unbekannter kaum sein können - längst bestimmt das Erfolgsrezept der Sendung, die einst für bundesweite mediale Empörung sorgte, die gesamte deutsche Fernsehlandschaft.Tier-Hoden werden auch im Container von «Big Brother» verspeist, Vox lässt beim «Promidinner» Menschen vor die Kamera, die nur ein Nischenpublikum namentlich kennt und das comedyreife «Bashing» von Kandidaten ist bei Castingformaten wie Bohlens «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) unerlässlich. RTL selbst verbucht sein einstiges Aufregerformat daher längst in der Sparte Comedy, wie der Sender nun indirekt verriet.
Allein die Presse dreht am Rad
Alle Branchen hätten diesmal auch gebucht, zitiert die Nachrichtenagentur dpa eine Sprecherin des RTL-Vermarkters IP Deutschland, die einstigen «Vorbehalte» einiger Werbekunden seien Geschichte. Willkommen im Mainstream also, und beruhigend zu wissen, dass die «Dschungelcamp»-Maschinerie so perfekt geölt ist, dass jedwede Aufregung à la «Ein ekelhaftes Weib» - Ingrid van Bergen beschimpft Dschungel-Queen Désirée Nick» - perfekt inszenierter Boulevard ist.Schließlich hatte die «Bild»-Zeitung die vorletzte, längst wieder in der Versenkung verschwundene Gewinnerin zuvor eigens gebeten, über die zehn neuen Kandidaten kübelweise Häme zu kippen. Läuft also alles bestens. Nur eine Sache, die bekommt RTL einfach nicht hin: Die Teilnehmer einmal selbst zu verkünden. Einen Tag vor Sendebeginn wollte der Kölner Privatsender diesmal das Geheimnis lüften.
Ein allzu ehrgeiziges Ziel. Zu groß war offenbar der Mitteilungsdrang einiger Kandidaten, so dass schon Ende 2008 die ersten Namen kursierten. Als da wären: die bereits erwähnte Schauspielerin Ingrid van Bergen, TV-Moderator Peter Bond, Schauspieler Günther Kaufmann, Moderatorin Gundis Zambo, Ex-Soap-Star Michael Meziani, Ex-Societygröße Christina «Mausi» Lugner, Ex-Eisläufer Norbert Schramm, Model Nico Schwanz, Ex-«DSDS»-Kandidat Lorenzo, der jetzt offiziell eine Frau ist und sich Lorielle London nennt, sowie DJane, Moderatorin und Schauspielerin Giulia Siegel, die immerhin keine Ex-, sondern noch amtierende Tochter von Komponist Ralph Siegel ist.
Eine eher unaufregende Riege einstiger Stars, die vor allem eines in den Dschungel zu treiben scheint: akuter Geltungsdrang und möglicherweise ebenso akute Finanzprobleme. Bleibt noch zu sagen, dass sich auch die Vermarktungsmaschine der Show bereits warmläuft: Eine Woche nach Sendebeginn kommt das offizielle Lied zur Show in den Handel. «Wir im Dschungel» von der bierzelttauglichen Volksmusik-Boygroup Die Zipfelbuben, featuring «Die Dschungel Allstars 2009».
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