06.01.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Skihelme wie diese sind derzeit sehr gefragt
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Ärzte sind zufrieden mit der Entwicklung ihres Patienten Althaus. Zur Beerdigung des zweiten Unfallopfers geht seine Vertreterin. In Österreich hat der Unfall weitreichende Diskussionen ausgelöst.
Gehen kann Dieter Althaus zwar noch nicht wieder, doch das «gehe auch nicht so schnell», sagt der Leiter der Unfallchirugie in Schwarzach, in der der thüringische Ministerpräsident seit Neujahr liegt. Insgesamt seien sie sehr zufrieden mit dem Heilungsprozess, so Primarius Franklin Genelin.
Althaus war beim Skifahren auf der steirischen Riesneralm mit einer 41-jährigen Slowakin zusammengestoßen. Die Frau kam dabei ums Leben, Althaus erlitt eine schwere Kopfverletzung. An der Beerdigung am Mittwoch nimmt Althaus' Stellvertreterin Birgit Diezel teil. «Die Kabinettsmitglieder schließen die Familie in ihre Gebete mit ein», sagte Diezel am Dienstag in Erfurt.
Der folgenschwere Skiunfall hat mittlerweile bewirkt, dass in Österreich nun engagiert über eine Helmpflicht für Skifahrer diskutiert wird. Althaus hatte einen getragen und wohl vor allem deswegen überlebt.
Bergrettung ist skeptischDrei österreichische Bundesländer denken laut der Nachrichtenagentur APA schon konkret darüber nach, eine Helmpflicht einzuführen: Salzburg, Vorarlberg und Kärnten prüfen demnach eine gesetzliche Regelung, der Landeshauptmann von Oberösterreich, Josef Pühringer, äußerte sich vorsichtig positiv. Die Salzburger Landeschefin Gabi Burgstaller lässt Möglichkeiten einer Skihelmpflicht für Kinder bis zum Alter von 14 Jahren prüfen und will dieses Thema «stärker im Bewusstsein der Wintersportler verankern», wie sie der APA sagte.
Für Schulveranstaltungen gibt es in Salzburg bereits eine Skihelmpflicht. Kärnten will ebenfalls zumindest für Kinder und Jugendliche eine Helmpflicht auf Skipisten einführen.
Die Tiroler Bergrettung hingegen wandte sich im Gespräch mit der Agentur APA gegen eine Helmpflicht im Skisport. Viel eher müsste sich das Verhalten von Skifahrern ändern. Das Bewusstsein für Probleme und Risiken beim Skifahren müsse geschärft werden, sagte Ausbildungsleiter Peter Veider. Ein Helm könne das Gegenteil bewirken. Veider kritisiert, Tourismuswerbung in Europa verschweige die Gefahren, die in den Bergen lauerten.
Anreiz zum KaufenFür Skifahrer scheint jedoch die Tatsache, dass CDU-Politiker Althaus dank Helm überlebte, ein deutlicher Anreiz zum Kaufen des Schutzgeräts zu sein. Sportgeschäfte in ganz Deutschland bestätigten der Nachrichtenagentur dpa, dass Althaus' Unfall die Nachfrage nach Skihelmen deutlich gesteigert habe.
Auch bei den Herstellern ist das deutlich zu spüren. Seit Freitag sei bei Uvex für Skihelme die fünffache Menge der sonst üblichen Händlernachfrage eingegangen, sagte eine Sprecherin des Fürther Unternehmens. Etwa 10.000 Helme seien zusätzlich bestellt worden. Uvex ist nach eigenen Angaben Marktführer unter den deutschen Herstellern von Skihelmen. Ähnlich sieht es beim sächsischen Hersteller Casco aus: «Wir konnten uns heute vor Anfragen gar nicht retten. Jeder scheint jetzt einen Helm zu brauchen», sagte eine Sprecherin des Unternehmens in Bretnig-Hauswalde. Die Nachfrage sei von Einzel- oder Großhändlern aus ganz Deutschland gekommen. (dpa/AP/nz)