«Bauer sucht Frau» und die Wanne des Grauens: 

netzeitung.de«Hier fehlt ein wenig die Hygiene»

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Stress zwischen Katharina und Torsten (Foto: RTL<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Stress zwischen Katharina und Torsten
Foto: RTL
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Küsse am Bahnhof, Streit im Schweinestall und Terror auf dem Hühnerhof: Während sich das erste Pärchen bei «Bauer sucht Frau» gefunden hat, eskaliert anderswo die Lage.

Der heimliche Star von «Bauer sucht Frau» hat Pause: Während Schäfer Heinrich im wahren Leben dank seines RTL-Ruhms mittlerweile schon als «Anheizer» durch die örtlichen Diskotheken tingelt und kurz vor der Veröffentlichung seiner ersten CD (natürlich mit dem «Schäferlied) steht, mussten seine Fans vor dem Fernseher am Montagabend weitestgehend auf den 41-Jährigen verzichten. Der Bauer aus dem Sauerland, dessen Balzangriffe auf die 35-jährige Anja zuletzt im Mittelpunkt der Dokusoap standen, war in der neuen Folge der Sendung kaum zu sehen.

Dabei war doch eigentlich ein entscheidender Tag, denn erstmals zeigte Anja auch ihren beiden Kindern Chantal und Cedric den Hof. Auch ihre Mutter war da, und musste sich dann anhören, was die TV-Zuschauer schon längst erkannt hatten: Anja geht das «alles zu schnell» mit dem heiratswilligen Heinrich, der zwar ein «netter Kerl» ist, aber nach dem Ende des Besuchs wohl fortan nur noch per Telefon auf Kontakt zu Anja hoffen darf.
Humorprobleme im Schweinestall
So weit, so schlecht läuft es auch anderer Stelle. Schweinewirt Torsten, von der Off-Kommentatorin nimmermüd als «attraktiv» bezeichnet, treibt mit seinem handfesten Humor Studentin Katharina nun endgültig vom Hof. Und das kam so: Eigentlich wollte Torsten die anstrengende Tätigkeit des Schweinewiegens für seine Probe-Bäuerin nur ein wenig launiger gestalten, und führte kurzerhand den Tagesordnungspunkt «Schweine-Reiten» ein. Doch über Humor lässt sich bekanntlich streiten, und so weigerte sich die 30-Jährige schlichtweg, sich auf die Sau zu setzen. «Unangenehm», ja geradezu «brutal» sei das, schimpfte Katharina Richtung Kamera. Wenig später, bei der Aussprache am lauschigen See, prallen dann endgültig Welten aufeinander. Während er sie «spießig» und «humorlos» findet, wirft sie ihm vor, vor allem auf «Kosten anderer» seine Witze zu machen. Aus die Maus, Katharina reist vorzeitig ab, und Torsten weint ihr wahrlich keine Träne hinterher.
«Ich bin 'net die Oma!»
Anders bei Getreidebauer Georg, dem es ob der anstehenden Abreise seiner Caro doch ein wenig mulmig wird. Nur deshalb ist wohl auch zu erklären, dass der schwergewichtige 32-Jährige gleich zweimal über seinen Schatten springt. Zuerst verzichtet er - wenn auch unter Protest - auf sein heißgeliebtes Ketchup und nimmt stattdessen Caros Sauce zu den Frikadellen. Zuvor muss die resolute 25-Jährige aber noch klarstellen, wer hier kochtechnisch in Zukunft das Sagen haben könnte: «Ich bin 'net die Oma», verkündet Caro. Die wiederum wäre wohl auch kaum zu der «romantischen» Kutschfahrt eingeladen worden, die Georg wenig später aus dem Hut zaubert. Spätestens jetzt sieht die Mutter eines einjährigen Sohnes in dem Kraftpaket einen «Mann, der mir die Sterne vom Himmel holt» und willigt gerne in die Wiederkehr ein - heiße Küsse beim Abschied am Bahnhof eingeschlossen.
Zickenterror auf dem Hühnerhof
Bleiben soll auch Claudia bei ihrem Frank, und auch sie hat das nicht zuletzt ihren Kochkünsten zu verdanken. Eine beeindruckende Schwarzwälder-Kirsch-Torte zaubert die junge Frau, die - wie so üblich bei dem Paar, eher wortkarg verspeist wird, während trotzdem fleißig per Augenkontakt geflirtet wird. Gut, dass mit Hühnerwirt Hansi ein neuer, eher kontroverser Charakter eingeführt wird. Der 71-Jährige ist nicht nur der älteste bisherige Teilnehmer bei «Bauer sucht Frau», sondern auch einer, der Schäfer Heinrich in punkto Kauzigkeit Konkurrenz machen könnte. Doch zunächst herrscht auf seinem Hof in Hessischen böses Blut. Denn leider, leider konnte sich Hansi so gar nicht zwischen Ulla, 60 und Marianne, 66, entscheiden und lud kurzerhand beide zum Probewohnen ein. Doch schon kurz nach der Ankunft der Damen gibt's Zickenterror pur auf dem ansonsten so lauschigen Hühnerhof. Ulla grantelt unentwegt, erst gegen die Konkurrenzsituation mit Marianne («Ich will das so nicht!»), dann gegen die Hühner («Ich mag die am liebsten vom Grill...») und zuletzt gegen das Abendbrot («Gibt's denn nichts Warmes?»). «Ich bin Selbstversorger», wehrt sich Hansi und verweist auf die Qualitäten seiner selbstgemachten Wurst.

Doch Ulla geht lieber zum Take-Away-Imbiss ins Dorf und holt sich laumwarme Calamaris. «Nur schikanieren und Willen durchdrücken», klagt Hansi heimlich vor der Kamera, während Marianne schon um Leib und Leben fürchtet und mit der wütenden Konkurrentin am liebsten gar nicht unter einem Dach schlafen will. Muss sie auch nicht. Denn Ulla streckt schnell die Waffen und verkündet noch am selben Tag ihre Abreise. Für die ehemalige Chefsekretärin Marianne stellen sich nun ganz andere Probleme: «Hier fehlt ein wenig die Hygiene», stellt die 66-Jährige fest und fühlt sich in die «50er Jahre» versetzt. Preisfrage nicht nur für Historiker der Alltagsgeschichte: Wurde da auch das alte Badewasser in der Wanne gesammelt, um damit das Klo zu spülen?

Für das Web ediert von Kerstin Rottmann