Marcel Reich-Ranicki auf dem Weg zur Ehrung, die er ablehnen wird
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Überall diese TV-Köche! Auch mit diesem Worten hatte Marcel Reich-Ranicki den Fernsehpreis kritisiert. Einer der so Bekrittelten wehrt sich nun - allerdings überzeugte Johann Lafer bei der Gala offenbar auch nicht so recht.
Der deutsche Starkoch mit seiner Medienpräsenz entwickelt sich langsam aber sicher zu einem Reizthema für Deutschlands TV-Elite. Schon Götz George - übrigens letztjähriger Gewinner des Ehrenpreises beim Deutschen Fernsehpreis - ätzte in einem seiner Interviews unlängst gegen die Allgegenwart von Kochsendungen im deutschen Fernsehen. In dieselbe Kerbe hieb nun Marcel Reich-Ranicki nach seiner viel beachteten Rede beim diesjährigen Fernsehpreis, in der er die ihm zugedachte Ehrung einfach abgelehnt hatte. Später rechtfertigte er sich in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» mittels Interview für seinen Ausbruch, indem er unter anderem «erbärmliche Darbietungen» und «zwischendurch immer wieder Köche, nichts als Köche« bemängelte.
Einer der so Bekrittelten wehrt sich nun in der »Neuen Presse« gegen die Medienschelte des Lieraturpapstes: Johann Lafer (»Lafer! Lichter! Lecker«, ZDF). »Die Leute wollen nun einmal nicht immer nur Hochgeistiges sehen«, zitierte auch der Kölner »Express« aus dem Gespräch mit dem Starkoch. »Sie wollen ihren Spaß haben, sie wollen unterhalten werden. Und das ist doch ein Trend, den man nicht nur im Fernsehen beobachten kann«. Sonderlich unterhaltsam hingegen fiel Lafers eigener Auftritt bei der Gala im Kölner Coloneum aber auch nicht aus.
Johann Lafer und Ehefrau beim Fernsehpreis
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Wie die Medien-Website DWDL.de schon am Montag in einer unterhaltsamen Auflistung feststellte, schaffte es Lafers «konfuse» (DWDL.de) bzw. «wirre» («Bild») Laudatio (gemeinsam mit Horst Lichter) für eine Wissenschaftssendung nicht in die Sendung vom Sonntagabend. Andere Momente der über zweistündigen Gala, die dem Schnittmesser zum Opfer fielen oder gar mühsam nachbearbeitet wurden, seien etwa mehrere Einspielfilme gewesen, ein Fremder, der anstelle von Comedian Daniel Hartwich bei der Verkündung des Gewinners »Beste Moderation Unterhaltung / Late Night« eingeblendet wurde, und ein Verprecher von Moderator Thomas Gottschalk, der bei der Nennung der Fernsehpreis-Stifter RTL vergaß, dafür aber ProSieben erwähnte, die dort noch gar nicht teilnehmen. Wie DWDWL.de schreibt, konnte das ZDF zumindestens letzteres Problem halbwegs elegant lösen: In der am Sonntag ausgestrahlten Aufzeichnung sieht man Gottschalk die Danksagung sprechen, und, in einem kurzem Schwenk aufs's Publikum, hört man den Moderator - offenbar neu vertont - nun RTL statt ProSieben sagen. (nz)