04.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Judith Bonesky und Barack Obama auf Bild.de
Foto: Screenshot NZ
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nein, «gelinkt» habe sie Barack Obama nicht, so die «Bild»-Reporterin, die dem US-Senator im Fitness-Studio nahe kam. Auch sonst versteht Judith Bonesky die Aufregung um «zwei, drei Sätze» nicht.
Die «Bild«-Reporterin, die Ende Juli eine viel kritisierte Reportage über ihre Begegnung mit Barack Obama in einem Berliner Fitness-Studio veröffentlich hat, äußerte sich erstmals in einem Interview zu der Veröffentlichung und ihrem umstrittenen »Scoop«. Den Vorwurf des US-Senators, sie habe ihn »gelinkt«, wies sie dabei indirekt zurück. Dem »Focus« erklärte die Journalistin Judith Bonesky: »Was er gesagt haben soll, würde ich mit 'austricksen' übersetzen« (»She hustled us«).
Barack Obama hatte Artikel und Foto im Gespräch mit einer Redakteurin der «New York Times» kritisiert, auch, weil er offenbar nicht wusste, dass er mit einer Journalistin zu tun hatte. Sie habe sich gegenüber Obama auch deshalb nicht als Reporterin vorgestellt, weil dessen Mitarbeiter der »Bild«-Zeitung schon früh mitgeteilt hätten, dass es »keinerlei Interviews mit der deutschen Presse« geben würde, so die «Bild»-Reporterin weiter. Ihrer Zeitung sei es darum gegangen, dem künftigen demokratischen Präsidentschaftskandidaten bei seinem »perfekt inszenierten« Berlin-Besuch »ein wenig in die Parade zu fahren«. Ähnlich hatte sich auch »Bild«-Chefredakteur Kai Diekmann in einer Stellungnahme zu dem viel diskutierten Beitrag geäußert.
»Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort«, sagte Bonesky selbst dem »Focus« nun nicht ohne Stolz. Sie habe trainiert, und dann »spazierte Obama rein und stemmte Gewichte«. Sie hätten dann »zwei, drei Sätze« miteinander gewechselt. Die 27-Jährige kündigte in dem Interview auch an, Obama zu bitten, die Titelseite mit ihrer Reportage zu signieren, »wenn er nicht mehr so unter Wahlkampfbeobachtung steht«. (nz)