Neuer Superstar Thomas Godoj:
«Leute, Ihr macht mich fertig»
18.05.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Auch Andreas «Bär» Läsker prophezeite ihm lange vor der Zuschauerwahl: «Das hat nach Goldmedaille geklungen.» Bohlen bezeichnete das Finale der fünften Staffel als das bisher Beste, - und für beide Sänger gab es reichlich Jury-Lob. So bezeichnete Anja Lukaseder Thomas als «glaubwürdig, echt und unverkennbar». Seinem Konkurrenten Fady bescheinigte Bohlen gar, sein Gesang erinnere ihn daran, wie er sich als Kind in die Hosen gemacht habe: «Das war auch immer so ein schönes, warmes Gefühl.»
Fady litt und schmachtete sich durch die Klassiker «Careless Whisper» von Wham und «She's Like The Wind» von Patrick Swayze. Gemeinsam präsentierten beide außerdem Frank Sinatras Hit «My Way» in insgesamt drei Sprachen. Anfangs hatte Bohlen den in Polen geborenen Thomas noch skeptisch beäugt. Er sehe nicht besonders nach der «sunny side» aus, bescheinigte er ihm im Casting - sondern eher wie einer, «dem der Sargdeckel schon drei Mal auf den Kopf gefallen ist».
Im Verlauf der Staffel brachte der 30-Jährige aber konstant gute Leistungen und schien nie ernstlich gefährdet. Für den vor der Show noch auf Hartz IV angewiesenen Sänger bedeutet der Sieg, dass sein Plan A funktioniert hat: Er hatte stets betont, ohne einen «Plan B» aufgetreten zu sein.
Zudem gab es im Februar ein Aufsichtsverfahren der Kommission für Jugendmedienschutz gegen RTL: Gründe waren das laut Kommission die abwertenden Einschätzungen der Jury und die redaktionelle Gestaltung der Casting-Sendungen. Diese machten die Kandidaten gezielt lächerlich und setzten sie den Spott eines Millionenpublikums aus, hieß es. Prompt traten beim Finale am Samstag einige in den Castings besonders belächelte Kandidaten als «Casting-Allstars» auf: Sie sangen eine für die Ohren eher schmerzhafte Version des Queen-Klassikers «We Are The Champions».
Dazu kam während der Motto-Shows der eine oder andere Kandidatenstreit. So zog der 16-jährige Benni Herd nach besonders harscher Jury-Kritik kurzerhand aus der Kölner Superstar-Villa aus. Juror Dieter Bohlen überredete ihn zur Rückkehr - kurz darauf wurde Benni jedoch von den Zuschauern endgültig aus der Sendung gewählt. Die 21-jährige Rania Zeriri wurde verdächtigt, im Studio Haschisch geraucht zu haben - Dieter Bohlen forderte nach den Gerüchten einen Drogentest für alle Teilnehmer. «Wenn tatsächlich jemand etwas nimmt, dann fliegt der sofort raus», wurde er zitiert.
Um die früheren Sieger ist es inzwischen jedoch eher still geworden. Der erste RTL-Superstar Alexander Klaws hatte 2003 mit «Take Me Tonight» einen Hit und ist inzwischen Musical-Sänger. 2004 setzte sich die 24-jährige Rockröhre Elli Erl aus Regensburg durch, von der man inzwischen nichts mehr hört. Gleiches gilt für Tobias Regner, der 2006 gewann und nach seiner ersten Hitsingle «I Still Burn» in der Versenkung verschwand. (Nicole Lange, AP)

