Maxfield-Pleite größer als bekannt:
Gläubigern von Pooths Firma droht Nullrunde
06. Mai 2008 12:21
 |  Aushang in Düsseldorf zur Maxfield-Pleite | Foto: dpa |
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Knapp 27 Millionen wollen über 400 Gläubiger von Franjo Pooths insolventer Firma Maxfield. Viel Hoffnung müssen sie sich nicht machen, beschied sie nun der Insolvenzverwalter. Auch der Zeitpunkt der Pleite birgt weiter Zündstoff.
Der Unternehmensgründer erschien nicht persönlich. Franjo Pooth ließ sich bei der Gläubigerversammlung seiner insolventen Firma Maxfield von seinem Anwalt vertreten. So musste er sich die schlechten Nachrichten auch nicht persönlich anhören. Demnach haben sich weit mehr Gläubiger gemeldet, als bisher angenommen.
«Marginale Quote» bei der Rückzahlung?
Laut Maxfield-Insolvenzverwalter Michael Bremen haben insgesamt 461 Gläubiger Forderungen von knapp 27 Millionen Euro angemeldet. Davon seien nach vorläufiger Prüfung Forderungen von mehr als 19 Millionen Euro berechtigt. In der Summen enthalten sind Millionenkredite von Banken ebenso wie Schadenersatzforderungen von 356 Kleingläubigern wegen defekter mp3-Player. Alle Gläubiger hätten derzeit nur die Aussicht auf Zahlung einer «marginalen Quote», so Bremen - die den Schulden gegenüberstehende Vermögensquote liege derzeit bei knapp 0,4 Prozent, könne aber noch besser werden. Sprich: Die Gläubiger dürften kaum etwas von ihrem Geld wiedersehen.
Verona Pooth muss nicht zahlen
Der Insolvenzverwalter will nun das vorhandene Vermögen verwerten, darunter etwa Markenrechte und die Durchsetzung gesellschafts- und insolvenzrechtlicher Haftungsforderungen. Pooths Ehefrau, Werbe-Ikone Verona Pooth, habe «keine ZVerpflichtungserklärungen» gegenüber den Gläubigern abgegeben und werde deshalb in keinster Weise belangt. Wichtig ist auch die Frage, wann die Zahlungsunfähigkeit der Düsseldorfer Elektronikfirma eintrat. Laut Bremen war Maxfield bereits Mitte 2007 reif für die Insolvenz. «Die Ertrags- und Vermögenslage der Maxfield GmbH ist in den Jahren 2006 und 2007 von erheblichen Verlusten und einer bilanziellen Überschuldung gekennzeichnet», erklärte der Anwalt. Tatsächlich angemeldet wurde die Pleite aber erst im Januar dieses Jahres. Dies ist auch von strafrechtlicher Bedeutung, da eine mögliche Insolvenzverschleppung strafbar wäre. Das nun eingeleitete Verfahren dürfte sich mindestens zwei Jahre hinziehen.
Lob für die Zusammenarbeit
Für eine Fortführung des Unternehmens sehe er keine Chance, sagte der Insolvenzverwalter. Die Ursache für die Pleite sieht er bei der Unternehmensleitung und den besonderen Schwierigkeiten des Marktes. Pooth selbst sei bei Maxfield nicht als Manager, sondern eher als Designer und Entwickler tätig gewesen. Zu dem Gläubigertreffen waren rund 15 Antragsteller persönlich erschienen, weniger als erwartet. Der abwesende Franjo Pooth, gegen den zwei Millionenklagen von seiten der Düsseldorfer Sparkasse und der Commerzbank laufen, erhielt ein Lob vom Insolvenzverwalter: Die Zusammenarbeit mit ihm sei gut, so Michael Bremen. (nz)