netzeitung.deSmells like rostiges Banjo

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'Twelve' (Foto: PR<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe 'Twelve'
Foto: PR
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Patti Smith, die Urmutter des Punk, covert zwölf abgehangene Rock-Klassiker. Und bleibt dabei meist zu behäbig, findet Sascha Woltersdorf .

Im vergangenen Jahr wurde das CBGB’s geschlossen, der Club in dem der US-Punk von Blondie bis Ramones groß geworden ist. Zum Abschlusskonzert trat Patti Smith an – mit einem Ramones-Medley übrigens. Nun veröffentlicht die Punk-Übermutter und «Ikone» (Frankfurter Rundschau) mit «Twelve» ihr elftes Studioalbum. Der Name begründet sich allerdings anders als erwartet: Smith covert zwölf Klassiker - übrigens ist kein Punkrockstück darunter. Nur Kurt Cobains «Smells Like Teen Spirit» ließe sich vielleicht halb dazuzählen.

Dafür sind die üblichen Verdächtigen von Hendrix bis Doors dabei. Alles altes Zeug also. Der jüngste Song, das genannte Nirvana-Stück, stammt von 1991. Und vielleicht ist es kein Zufall, dass ausgerechnet dieses Cover grandios ist. Smith Version atmet den Geist des Originals – und das in einem sehr ruhigen, fast schon folkigen Arrangement und mit einer Instrumentierung, in der Cobains Gitarre durch eine schnarrende Geige und ein blechernes Banjo ersetzt werden. Das muss man erst mal hinkriegen!

Mit «Twelve» hat sich die 60-Jährige einen Wunsch erfüllt, den sie angeblich bereits seit 1978 hegt. So klingen die meisten Stücke auch – etwas behäbig. Und nach Westcoast Rock. Smith balanciert auf der schmalen Grenze zwischen gefühlvollem Gesang und Pathetik, mal steht sie mehr auf der einen, mal mehr auf der anderen Seite.

Große Ausnahmen sind besagtes Nirvana-Cover und «Soul Kitchen», das die Doors-erfahrene Grande Dame des Rock auf ein – allerdings auch schon in den sechziger Jahren vorhandenes – hohes Niveau hebt. Nur mit Punkrock hat das alles kaum noch etwas zu tun.

Patti Smith: «Twelve» (Sony)