netzeitung.deFünfzehn Prozent Hype

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New Order (Foto: PR<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe New Order
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

New Order bleiben mit dem neuen Album «Waiting For The Sirens Call» ziemlich nah dran an ihrem Vorgänger-Album «Get Ready». Sonderlich innovativ wirkt es daher nicht.

von Sascha Woltersdorf

Wollte man aufzählen, wer alles in den letzten Wochen, Monaten, Jahren mit New Order verglichen worden ist – die Liste würde mehr Zeilen verbrauchen, als es diesem Artikel gut tun würde. Die Namen von Moby - auch einer dieser Knotenpunkte von Rock und Elektro - sowie von Indie-Dancefloor-Neulingen wie Bloc Party oder VHS or Beta müssen genügen. Nun also New Order, die Vorbilder.

Um es vorweg zu nehmen: Nur mit Platten wie «Waiting For The Sirens Call« hätten die alten Briten ihren Heldenstatus nicht hinbekommen. Aber immerhin bleibt »Waiting For The Sirens Call« ziemlich nah dran an seinem fantastischen Vorgänger, dem 2001 erschienenen Comeback-Album «Get Ready». Und das an sich ist schon nicht schlecht. Nur ist die Popmusik inzwischen vier Jahre weiter.

Auf der Positivseite stehen Bernard Sumners Stimme, in der auf unkopierbare Weise Punk und New Wave der späten Siebziger und frühen Achtziger widerhallen, die schwelgerischen Momente in den Songs und die melancholisch-schwebenden Bassläufe. Mitunter groovt es sogar, dass die Plattenrille kracht.

Außerdem ist das Album, wie es so schön heißt, «aus einem Guss». Es fühlt sich an, als ob man nachts alleine auf der A1 mit einem Luftkissen zwischen Unterboden und Asphalt fährt. Welches Ziel man hat, wusste man sowieso nie genau. Oder hat es längst vergessen. Also: Hat einen die Platte einmal gepackt, ist jedes Stück ein Hit.

Auf der Negativseite steht vor allem ein Song: Welcher Teufel mag bloß während der Aufnahmen von «Guilt Is A Useless Emotion» durch's Tonstudio geritten sein? Der Schwefelgestank muss unerträglich gewesen sein. Mit Doof-Techno à la Alex Christensen kann man sich den Ruf auch ruinieren. Aber der Ruf sollte sowieso ausgeblendet werden, wenn man das neue Album dieser Konsensband hört. Kurzformel für New Order im Jahr 2005: 25 Prozent Elektro, 60 Prozent Rock, 15 Prozent Überschätzung.

New Order: «Waiting For The Sirens Call» (London Records / Warner)