netzeitung.deDie Fantastischen Vier: «Viel»

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Posen für 'Viel' - Die Fantastischen Vier (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Posen für 'Viel' - Die Fantastischen Vier
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Lustig, charmant, und immer haarscharf am Mainstream entlang - die Fantastischen Vier verorten sich auf dem neuen Album «Viel» mal wieder selbst.

Von Sascha Woltersdorf
 

Wie umgehen mit dem – laut Plattenfirma – «schwierigen Thema HipHop»? Eine Angelegenheit, die die Fantastischen Vier seit ihrem ersten Album vor 14 Jahren begleitet. Und diesmal machen es die Fantastischen Vier so: Sie spannen ein kleines Hörspiel vor den ersten Track des neuen Albums «Viel». Michi, Smudo, Thomas und Andy wollen in die Disco, werden aber erst nach viel Bitte-Bitte-Machen vom Türsteher reingelassen und dann ausgerechnet von Sabrina Setlur gedisst. O-Ton: «Macht euch weg mit eurem Stuttgart-Dreck.»
Gute Ausgangslage
Mal abgesehen davon, dass Berlin, Hamburg und die Eifel die aktuellen Fanta-Homebases sind, gibt es sicherlich höhere Rap-Autoritäten in Deutschland als Sabrina «Sabs» Setlur. Aber das sind nunmal die Koordinaten der Fantastischen Vier, die irgendwo zwischen Pop, Rap, Soulfunk, Dub und Elektro liegen.

Kurz: Ausgangsmaterialien, die mitunter weiter voneinander entfernt sind als Berlin-Mitte und Kornwestheim. Das befindet sich übrigens zwischen Stuttgart und Ludwigsburg und war der Abmischort des neuen Albums.

Cover: 'Viel'Foto: Promo
Das Nette an den Fantastischen Vier ist der souveräne Umgang mit dieser Ausgangslage. Schon der Album-Öffner «Auf Geht’s» ist nichts anderes als die komödiantisch-charmante Selbstverortung in der bisherigen Bandgeschichte:

Der Hampel-HipHop von «Die da», die Jenny-Elvers-Geschichten oder Thomas Wohnmobil-Existenz zu «Rückenwind»-Zeiten – kein Klischee wird ausgelassen. Was soll man da noch sagen, wenn die Vier das schon selbst übernehmen? «Viel» macht Spaß und schwimmt – in bestem Sinne – mitten drin im Mainstream. Manchmal sogar ein bisschen vorneweg, zum Beispiel wenn Battle-Raps zu Mäusestimmchen («Pipis und Popos») hochgegepitcht werden. Sehr schön.

Weniger schön sind die Momente, in denen sich die Vier zum oft kritisierten «Mittelstands-Rap» runterseichten. Die «Tränen im Rinnsal des Lebens» werden beispielsweise beim Balladenversuch «Sommerregen» gezählt. Dann doch lieber Zeilen a là «bevor wir gehen, gehen wir lieber ab».

Die Fantastischen Vier: «Viel» (Four Music / Sony)