26. Jul 2004 10:24
Westcoast aus Norwegen? Doch, das geht. Die Euroboys schlingen Blumengirlanden und servieren psychedelische Süßigkeiten auf dem neuen Album «Soft Focus».
Das Etikett «exotisch» hat Rockmusik aus dem Norden also längst verloren. «Schwedenrock» ist mittlerweile fast schon ein Gütesiegel, wie die aktuellen Alben von den Hives und der (International) Noise Conspiracy beweisen. Nun also Oslo, Norwegen. Die Euroboys, um genau zu sein.
Deren viertes Album «Soft Focus» klingt, als würde über Oslo die kalifornische Sonne aufgehen. Und dann nicht mehr untergehen. «Soft Focus» vergötzt den Westcoast-Rock wie man es seit Eagles, Byrds und Beach Boys nicht mehr gehört hat: Harmonie-Gesang eingebettet in nicht enden wollende Echos, Melodien gewebt wie Blumengirlanden und psychedelisch schwirrende Akustik-Gitarren, die einem den Kopf verdrehen. Alles klingt wunderhübsch und gar nicht nach dem Feuerwalzen-Rock, den Gitarrist Knut Schreiner mit seiner Zweitband Turbonegro sonst so auf Platten bannt. «Soft Focus» fühlt sich an wie Softeisessen am Sommerstrand. Für das sonnengetränkte Surfer-Video zur Single «One-Way Street» musste der Dreh allerdings auf die Kanareninsel Lanzerote verlegt werden. Dafür hat die Sonne über Oslo dann doch nicht gereicht.Euroboys, «Soft Focus» (Virgin / EMI)