12.07.2004
Herausgeber: netzeitung.de
International Noise Conspiracy 'Armed Love'
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der (International) Noise Conspiracy ist mit ihrem neuen Album «Armed Love» das Kunststück gelungen, Garagenrock ohne Garage zu machen.
Nicht nur für extrem lange haltbares Brot und für Möbel, über deren Haltbarkeit die Meinungen auseinandergehen, haben die Schweden ein Händchen. Auch für Rockmusik. Jüngster Beweis: das neue Album der (International) Noise Conspiracy.
«Armed Love» trägt auf dem CD-Cover sogar ein ganz spezielles Gütesiegel: ein Aufkleber mit dem Namen Rick Rubin, dem Produzenten-Wizzard, auf dessen Referenz-Liste Namen wie Johnny Cash, die Beastie Boys und Slayer stehen. Umfassender geht es wohl nicht. Und nun also The (International) Noise Conspiracy.
Um es gleich vorweg zu sagen: «Armed Love» hört sich prima an, druckvoll und hübsch erdig. Vor allem hat Rubin es geschafft, die vier Schweden nach punkigem Garagenrock klingen zu lassen, ohne wirklich zu den Hilfsmitteln aus der Garage zu greifen: Blecherne Gitarren, rumpelnde Drums oder Vocals, die nach Megaphon klingen, gehören nicht zur Grundausstattung eines Rubin. Diesmal kommt das schwedische Krach-Kollektiv also mit wesentlich weniger Krach aus.
Stooges- und MC5-FlairAls Ausgleich dafür saß während der Aufnahmen immerhin Keyboard-Legende Billy Preston an der Orgel. Doch trotz dieser geballten US-Unterstützung hat das neue T(I)NC-Album auch ein paar Schwächen. Leider ist nicht jedes Riff ein Knaller, und so mancher Durchhänger muss von der exzellenten Produktion überspielt werden. Trotzdem ist «Armed Love» ein gutes Rockalbum mit teilweise unwiderstehlichem Stooges- und MC5-Flair, das man mit höherer Lautstärke gerne gleich noch mal hören möchte, wenn die zehn Songs durchgelaufen sind.
The (International) Noise Conspiracy, «Armed Love» (Burning Heart / Epitaph Europe)