netzeitung.deSuperpunk: Nicht unterkriegen lassen, bitte!

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'Einmal Superpunk, bitte!' (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe 'Einmal Superpunk, bitte!'
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Hamburger Band Superpunk kittet auch auf ihrem neuen Album Soul, Pop und Punk zusammen - und zwar in Sachen Sound und Haltung.

Superpunk – eigentlich ist schon der Bandname ein grober Schnitzer. Die fünf Hamburger haben mit Punkrock so viel zu tun wie die Sex Pistols mit Chuck Berry: Irgendwo gibt es gemeinsame Wurzeln, aber das war es dann auch schon.

Tatsächlich verstehen sich die Superpunker eher als Soul-Band. Und zwar ungefähr so wie eine britische Northern-Soul-Band aus den 80ern, die ein Supremes-Stück aus den 60ern covert. Was komplizierter klingt, als es in Wirklichkeit ist: Auf dem neuen Album «Einmal Superpunk, bitte!» ist eigentlich alles ganz einfach: Jeder Refrain der 13 Hochgeschwindigkeits-Songs eignet sich ansatzlos zum Mitsingen. Dröhnende Rock-Bretter gibt es nicht, aber dafür Gitarren so scharf wie Rasiermesser, jubilierende Streicher und Bläser in vollem Einsatz, treibende Beats und schwelgerische Orgeln. Kurz: Soul ja, aber very british.

Ein Stil, den die Hamburger schon vor knapp drei Jahren haben aufblitzen lassen. Mit der Single «Neue Zähne für meinen Bruder und mich» gelang der Band damals nicht nur ein echter Gassenhauer, sondern auch ein Stück Musik, das wie seit Ton Steine Scherben nicht mehr die Perspektive von unten nach oben in einen Popsong transformieren konnte.

Klar, auch auf «Einmal Superpunk, bitte!» ist der gebeutelte kleine Mann die Hauptperson. Eine Haltung, die auch schon auf dem letzten Album der Hamburger Kollegen «Die Sterne» zu hören war und bei den Superpunkern ergänzt wird durch eine kämpferische Underdog-Attitüde, die sich schon in Songtiteln wie «Ich weigere mich, aufzugeben» ausdrückt. In diesem Sinn: Nur nicht unterkriegen lassen, bitte!

Superpunk, «Einmal Superpunk, bitte!» (Lado)