07. Jun 2004 09:25
Auf ihrem neuen Album «Sonic Nurse» können Sonic Youth es sich leisten, das zu machen, was sie schon immer gemacht haben.
Und ebenfalls wie immer gesellen sich dazu die beiläufig introvertierten bis latent aggressiven Gesangslinien von Thurston Moore und – auch nicht wirklich eine Neuerung – Kim Gordon, dem zurückgekehrten Ur-Mitglied. Alles gut und schön, «Sonic Nurse» ist ein ordentliches Album. Aber ein bisschen erinnert diese konservativ-stoische Band-Haltung an den kleinen nörgelnden Schweizer aus der Werbung für Lutsch-Bonbons. Wer hat's erfunden? Ja, ja, Sonic Youth, die waren's.Andererseits ist es ihnen zu gönnen, denn leisten können sich die New Yorker elder statesmen des Indie-Rock diese Haltung zweifellos. Zumal krachiger Garagenrock aus New York - unzähligen «The-Bands» sei Dank - mal wieder schwer im Trend liegt. Da kann man ein, für Sonic-Youth-Maßstäbe, entspanntes Album machen, den Bandnamen wie ein Leuchtsignal in den Titel einbauen, sich zurück lehnen und abwarten, was passiert: Irgendeiner wird es schon gut finden. Und irgendwie hätte die Band das sogar verdient.
Sonic Youth, «Sonic Nurse» (Geffen / Universal)