netzeitung.deWer hat's erfunden?: Sonic Youth

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Sonic Youth 'Sonic Nurse' (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Sonic Youth 'Sonic Nurse'
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Auf ihrem neuen Album «Sonic Nurse» können Sonic Youth es sich leisten, das zu machen, was sie schon immer gemacht haben.

Genosse Trend ist ein windiger Bursche. Mal geht es in die eine Richtung, dann plötzlich in die andere. Und manchmal findet man sich an einem Punkt wieder, an dem man früher schon gewesen ist. So verhält es sich zum Beispiel mit Sonic Youth, den 80er-Jahre-Heroen des New Yorker Rock-Untergrund. Mit ihrem neuesten Werk «Sonic Nurse», ihrem mittlerweile 19. regulären Album, macht die Band da weiter, wo sie eigentlich nie aufgehört hat: Lärmwände aus Rückkoppelungen und sonstigem Gitarren-Krach, zwischen denen schlichte kleine, fast schon ätherisch schöne Melodien blühen.

Und ebenfalls wie immer gesellen sich dazu die beiläufig introvertierten bis latent aggressiven Gesangslinien von Thurston Moore und – auch nicht wirklich eine Neuerung – Kim Gordon, dem zurückgekehrten Ur-Mitglied. Alles gut und schön, «Sonic Nurse» ist ein ordentliches Album. Aber ein bisschen erinnert diese konservativ-stoische Band-Haltung an den kleinen nörgelnden Schweizer aus der Werbung für Lutsch-Bonbons. Wer hat's erfunden? Ja, ja, Sonic Youth, die waren's.

Andererseits ist es ihnen zu gönnen, denn leisten können sich die New Yorker elder statesmen des Indie-Rock diese Haltung zweifellos. Zumal krachiger Garagenrock aus New York - unzähligen «The-Bands» sei Dank - mal wieder schwer im Trend liegt. Da kann man ein, für Sonic-Youth-Maßstäbe, entspanntes Album machen, den Bandnamen wie ein Leuchtsignal in den Titel einbauen, sich zurück lehnen und abwarten, was passiert: Irgendeiner wird es schon gut finden. Und irgendwie hätte die Band das sogar verdient.

Sonic Youth, «Sonic Nurse» (Geffen / Universal)