«Give Up The Ghost» von Brandi Carlile:
Wenn der Star nur im Hintergrund singt
30.10.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Brandi Carliles Album
Foto: Promo
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Als Fitness-Guru für schwächelnde Sängerkarrieren wirkte Produzent Rick Rubin schon Wunder. Aber auch Jungstars wie US-Countrysängerin Brandi Carlile profitieren von seinen Künsten - da stört selbst Elton John als Gast nicht groß.
LL Cool Jay, die Beastie Boys, Melanie C, Jay-Z, Weezer, Shakira, Neil Diamond, Metallica, The Gossip - sie alle haben eines gemeinsam: ein von Mastermind Rick Rubin produziertes Album. Der mittlerweile 46-jährige Ex-Def-Jam-Mitbegründer ist längst ein Mastermind der internationalen Musikszene. Schon legendär: Seine Wiederbelebung von längst erloschenen Künstlerkarrieren, wie etwa der von Countrystar Johnny Cash, dem er mit seinen «American Recordings» zu einer nie für möglich gehalteten späten Blüte verholfen hat. Doch nicht nur als eine Art Fitness-Guru für schwächelnde Sängerkarrieren wirkt der Mann offenbar Wunder. Auch Jungstars können von der Zusammenarbeit mit dem weißhaarigen und gern auch ganz in Weiß gekleideten New Yorkers profitieren.
Demnächst im Angebot: SlayerSeine jüngste Produktion etwa ist die junge Countrysängerin Brandi Carlile, die bei dem Rubin unterstehenden Label Columbia Records unter Vertrag ist. «Give Up The Ghost» heißt ihr neues, drittes Album, auf dem die 28-Jährige einen rockig-folkigen Sound anschlägt, der mehr Neofolk als Country ist.
Carlile stammt aus der Region um den Regierungsbezirk Washington. Sie stand bereits als Achtjährige auf der Bühne und sang - jedenfalls laut der Onlinenzyklopädie Wikipedia - einst auch als Backgroundsängerin für einen Elvis-Doppelgänger. Ihr großes Kapital ist ihre warme, facettenreiche Stimme, aber auch ihr Talent als Songschreiberin.
«Give Up The Ghost» hat sie selbst komponiert. Wie immer befreit Rubin die Musik von unnötigem Ballast. Das gelingt ihm sogar bei dem Titel «Caroline», auf dem ein eher prätentiöser Gaststar zu bestaunen ist: Elton John spielt darauf Klavier und singt auch im Hintergrund. Aber mit großen Namen hatte Rick Rubin ja noch nie ein Problem. Sein neues Projekt ist das Album der Trash-Metal-Combo Slayer. (nz)