CD-Tipp - Deichkind: 

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Licht aus! Deichkind (Foto: PR<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Licht aus! Deichkind
Foto: PR
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Feiern, Saufen und «Yippie Yippie Yeah» forever: Deichkinds neue Platte heißt «Arbeit Nervt». Auch die Hamburger Musiker selbst laufen Gefahr, bald gehörig zu nerven. Mit Video.

Deichkind haben eine Fangemeinde, die so stark ist wie die kaum einer anderen deutschen Band. Das beweisen wieder einmal die Reaktionen auf das neue Album «Arbeit Nervt». So lassen die Anhänger der Hambuger HipHop-Formation sich im Netz zu Schwärmereien wie dieser hinreißen, die das Prinzip Deichkind recht gut auf den Punkt bringt: «'Kein Mensch ist illegal - vor allem, wenn er breit ist.' Diese Lebensweisheiten und noch eine Menge anderer bekommt der Hörer der Deichkinder (jetzt mit Ferris MC) um die Ohren gehauen. Macht das Sinn? Hmm - ich denke nicht immer! Macht das Spaß? Auf jeden Fall!!»

Weder geben Deichkind Antworten auf die wichtigen Fragen des Lebens, noch sind sie so richtig gesellschaftskritisch. Musikalisch sind sie beim Erfolgsrezept der Vorgänger-Platte «Aufstand im Schlaraffenland» geblieben. Die gerne mal in Plastiksäcke gehüllten Enfants Terribles der Clubszene liefern erneut ironisch-humorvolle Lyrics für die Ohren und kraftvolle Techno-Beats für die Beine. Einmal gut, immer gut also? Leider nicht. Was bei «Arbeit Nervt» noch funktioniert, könnte spätestens bei der nächsten Platte so richtig nerven. Denn was ist trauriger als eine Band, die sich bloß immer wieder selbst covert?

Auch die bewährten Spaßtexte um Partys und Saufgelage («Hört ihr die Signale, die Saufsignale») bringen's nicht mehr so richtig. Vielleicht sollten die Hamburger Jungs demnächst endlich mal erwachsen werden. Denn wer mit fast 40 immer noch über Dauerexzesse singt, ist einfach nur noch bemitleidenswert. Bis dahin sind es jedoch noch ein paar Järchen, und in denen dürfen Deichkind erstmal weiterhin tun, was sie am besten können - erstklassiges Entertainment bieten. (nz)

Deichkind - «Arbeit Nervt»:


Für das Web ediert von Julia Wilczok