04. Aug 2008 14:15
Nach sechs Platten mit der Ein-Mann-Band Bright Eyes legt Conor Oberst nun sein selbstbetiteltes Soloalbum vor. Warum der scheue Musiker das Stigma «Wunderkind» damit endgültig hinter sich lässt, erklärt
.
Mit den 12 neuen Songs kratzt Oberst nicht nur an der Oberfläche, er geht direkt unter die Haut. Ob man ihn nun unbedingt mit Kurt Cobain vergleichen muss, ist Geschmacksache. Nicht abstreiten lassen sich hingegen die Seventies-Referenzen. In «Get-Well-Cards» klingt Oberst tatsächlich wie der junge Bob Dylan. Ob er sich vielleicht deshalb in Hippie-Manier im Südwesten verkrochen hat? Als rastloser Tramp gibt er sich auch textlich, so ertönt beispielsweise im Song «Moab» das wiederkehrende Mantra «There is nothing that the road can not heal». Komisch, denn «on the road» kann man sich den introvertierten Oberst überhaupt nicht vorstellen. Vielleicht verhält es sich bei ihm wie bei vielen berühmten Poeten - die großen Abenteuer passieren nur in ihren Köpfen, auf große Entdeckungstour gehen andere. Vom Wunderkind-Image hat Oberst sich jedenfalls erfolgreich freigestrampelt und spätestens mit diesem Soloalbum wird klar, dass er bereit ist in die Liga der ganz Großen aufzusteigen.
Conor Oberst: Self titled (V2 + Coop/Universal)
Conor Oberst and The Mystic Valley Band:
Auf Tour in Deutschland:07.09. München - Backstage Werk
11.09. Köln - Gloria
14.09. Mannheim - Alte Feuerwache
15.09 Berlin - Columbia Club