«Donkey», das zweite Album der knalligen Brasilianer, hat vielleicht deshalb viel weniger Esprit als das Debüt. Das war nämlich sensationell und außerdem massenkompatibel bei scheinbar unvereinbaren Schnittmengen: Auf Festivals wie «Mayday» und «Rock am Ring» zum Beispiel finden die Modesaboteure gleichermaßen ihr Publikum. Von Rocker zu Raver sozusagen. So etwas passiert wirklich nicht oft. Die Bands und Musiker, mit denen das schräge Quintett in den vergangenen Jahren als Support aufgetreten ist, kann man da nur als kleine Wegmarken im stilistischen Dschungel der Brasilianer betrachten: Gwen Stefani, Primal Scream, Klaxons, Ladytron.Aber live ist live und den elf neuen CSS-Stücken fehlt fast alles, was das Debütalbum so - jawohl - sexy gemacht hat. Lässigkeit ist schön. Schließlich ist man immer dann am besten, wenn es eigentlich egal ist, wie ein gewisser Bela B. Felsenheimer mal in einem lichten Moment gesagt hat. Leider klingt «Donkey» so, als wäre der Band alles nicht nur eigentlich, sondern total egal.
«Sing diesen Song so laut es geht», tönt die gute Lovefoxxx zum Beispiel in «Air Partner». Und hält sich selbst nicht daran. Das Stück, das den Charme späterer Blondie-Aufnahmen ganz gut einfängt, wirkt dadurch ungefähr so spannend wie ein David Hasselhoff, der Telefonnummern rezitiert.