06.03.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Thomas Hermanns präsentiert die Vorauswahl zum Eurovision Song Contest
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Teenie-Idole oder Bühnen-Profis, Girl-Power oder Jungs-Charme: Die deutschen Grand-Prix-Fans müssen sich am Abend zwischen fünf Kandidaten für den Eurovision Song Contest entscheiden. Die Netzeitung stellt sie vor.
Ein Schmusesänger, vier Möchtegern-Spanier, fünf Manga-Jungs, eine Musicalsängerin und die erfolgreichste deutsche Girlgroup: Sie alle wollen in gut zweieinhalb Monaten nach Belgrad doch nur ein Lied wird Deutschland am 24. Mai beim Eurovision Song Contest (ESC) vertreten.
Mit keinem der fünf Songs braucht sich die Bundesrepublik zu verstecken zumal es um die Qualität der bereits feststehenden Beiträge auch nicht zum allerbesten bestellt ist: Eine singende Truthahn-Handpuppe mit einem trashigen Europop-Titel oder ein rappender kroatischer Opa sorgen bereits dafür, dass das Niveau auch in diesem Jahr nicht allzu hoch liegen dürfte. 43 Länder so viele wie noch nie schicken Mitte Mai je ein Lied ins Rennen: Die 53. Auflage des ESC ist die größte in der Geschichte des europäischen Liederwettbewerbs.
Ein Großteil der beteiligten Länder hat sein Lied für Belgrad schon gewählt, an diesem Donnerstag ist nun Deutschland an der Reihe. Am Abend müssen sich die Zuschauer per Telefon-Voting entscheiden - die beiden besten der fünf Kandidaten müssen in ein Stechen, aus dem dann der deutsche Beitrag für Belgrad hervorgeht.
Die Deutschen haben es verhältnismäßig einfach: Als eine der vier großen ESC-Nationen ist ihr Lied automatisch für das Finale am 24. Mai gesetzt. Viele andere Länder müssen hingegen durch und das ist in diesem Jahr neu zwei Halbfinale, aus denen sich jeweils die zehn besten Lieder für die Hauptveranstaltung qualifizieren.
«Mit Pop gelingt der Sprung nach vorn»Doch im Finale lief es für Deutschland in den vergangenen Jahren nie besonders gut. Nach Max Mutzkes 8. Platz 2004 kamen magere Jahre: 2005 ein letzter Platz für Gracia, danach ein 14. und 19. Platz für Texas Lightning und Roger Cicero. Für 2008 hofft der NDR auf ein besseres Ergebnis und sorgt an diesem Donnerstagabend im Hamburger Schauspielhaus für eine hochkalibrig besetzte Show.
Präsentiert wird sie wie in den beiden Vorjahren von Grand-Prix-Experte Thomas Hermanns, der für Deutschland in diesem Jahr bessere Chancen sieht: «Diesmal haben wir bei der Vorauswahl nur Popmusik im Rennen. Pop ist nun einmal die internationale Währung, die funktioniert.» Country und Swing - wie 2006 und 2007 von Deutschland beim ESC dargeboten - polarisiere eben.
«Mit Pop gelingt der Sprung nach vorn», ist Hermanns überzeugt. Allerdings weiß der Grand-Prix-Fachmann auch, dass der Wettbewerb immer wieder für Überraschungen gut ist, und ein Sieg sich kaum vorher kalkulieren lässt - weswegen Hermanns auch keinen Rat geben will, welches Lied für den ESC am geeignetsten wäre: «Man muss auch die georgische Hausfrau gewinnen, die muss mitwippen.»
Die Netzeitung stellt die fünf Kandidaten vor: Marquess, No Angels, Tommy Reeve, Cinema Bizarre und Carolin Fortenbacher. Für das Rahmenprogramm in der Live-Show im Ersten sorgen zudem die ESC-Sieger von 1999, 2004 und 2007 Charlotte Nilsson, Ruslana und Marija Serifovic sowie Roger Cicero.
Grand Prix Vorentscheid 2008, am Donnerstag ab 20.15 Uhr live im Ersten.