Spears nicht so schlimm wie erwartet
Natürlich sprechen wir hier nicht von Bob Dylan, schließlich ist Spears als Sängerin ein Leichtgewicht. Sie blüht nur auf, wenn sie großartige Songs und Produzenten hat. Doch wenn das alles stimmt, ist Spears nicht zu halten. Sie fliegt durch jeden Song auf «Blackout», eine brodelnde, handwerklich gut gemachte Elektropop-Tanzparty, die ihr die Rückkehr in die Elite des Pop sichern sollte.
Das ist eine Überraschung nach all den Tiefschlägen, die Spears ihrem Publikum in diesem Jahr zugemutet hat, angefangen von der peinlichen Show bei den MTV Video Music Awards über bizarre Auftritte in der Öffentlichkeit bis zu den Anschuldigungen, dass sie eine verantwortungslose Mutter sei. Spears war ein wandelnde Katastrophe. Um so erstaunlicher ist es, dass sie den Weg ins Aufnahmestudio geschafft und dann auch noch etwas von Wert geschaffen hat.
«I got my eye on you», schnurrt sie in «Radar», einem der besten Stücke des Albums, mit einem sexy Groove, der einen hüpfen lässt. Ein Gefühl, das die ganze Platte lang durchhält. Es sind weder Süßstoff-Balladen noch flauschiger Pop zu finden, allen Songs ist schweisstreibende Tanzbarkeit inne - und wenn Spears in letzter Zeit irgendetwas klar gemacht hat, dann, dass sie weiß, wie man Partys feiert.
Sich «Blackout» anzuhören, setzt nicht nur Energie frei, es ist auch eine Erleichterung`: Nein, Spears ist nicht komplett durch, und ja, es gibt noch Hoffnung für ihre Karriere. Doch nach all dem Schaden, den sie angerichtet hat und ihrem Image wohl noch weiterhin zufügen wird, wird das noch irgendjemanden - abgesehen von ihren hartgesottenen Fans - da draußen kümmern? (Nekesa Mumbi, AP)

