10.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Spears neue Single 'Gimme More' kam nicht gut an
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Justin Timberlake räumte bei den MTV-Awards ordentlich ab. Ex-Freundin Britney Spears war dagegen, trotz Glitzer-Outfit, die Verliererin des Abends. Und Pamela Andersons Ex-Männer prügelten sich.
Es war die Nacht eines peinlichen und eines gelungenen Comebacks: Der uninspirierte Auftritt einer von allen guten Geistern inklusive Geschmack verlassenen Britney Spears dürfte bei den MTV-Verantwortlichen für kalte Schweißausbrüche gesorgt haben. Nur gut, dass Spears, die im schwarzen Bikini Figurprobleme enthüllte, vor einem Starpublikum auftrat, das nicht mit Gegenständen zu werfen pflegt. Rap-Megastar 50 Cent folgte der «Gimme More»-Darbietung von Spears mit einem entgeisterten Gesichtsausdruck und auch dessen rappender Kollege Sean «Diddy» Combs ließ sich nichts anmerken - er blieb regungslos.
Der Auftritt, den MTV als die am meisten ersehnte Darbietung des Abends angekündigt hatte, wurde zum größten Reinfall der Show im Palms Casino von Las Vegas. Die Neuerfindung der Video Awards nach zuletzt nur noch schlechten Kritiken und sinkenden Einschaltquoten gelang dagegen besser. Der Schwerpunkt lag auf der Show und nicht mehr auf der Preisverleihung. Die elf Auszeichnungen waren bald vergeben, und es blieb viel Zeit fürs Feiern - und das gleich fünffach: Neben den Auftritten auf der Hauptbühne verbreiteten Partys, die Justin Timberlake und Timbaland, Kanye West, Fallout Boy und die Foo Fighters in Hotelsuiten gaben, etwas von Ausgelassenheit und Wildheit, die an die alte Maxime Sex, Drugs & Rock'n'Roll aus längst vergangenen Zeiten erinnerten.
Und die MTV-Kamerateams waren immer dabei. Aber sie zeigten nicht alles, was Partybesucher «live» mitbekommen konnten - im Fernsehen wurden in der «traditionellen» Übertragung Appetithäppchen serviert, die Fans zu «mehr» auf der MTV-Website und anderen «Remixed-Versionen» der Show locken sollten. Zu sehen gab es schon einiges: Neben inspirierten Auftritten von Alicia Keys, Timberlake und Timbaland, T.I., Lil Wayne und Dave Grohl auch eine Prügelei der Exmänner von Pamela Anderson, Tommy Lee und Kid Rock. Diddy kommentierte: «Nicht nur HipHop-Künstler haben manchmal ein Problem.»
Auszeichnungen in seltsamen KategorienUnd dann wurden auch noch Preise mit teilweise merkwürdigen Namen vergeben: Rihanna gewann den Klassiker «Video of the Year» für «Umbrella», Justin Timberlake wurde zum männlichen, Fergie zum weiblichen Künstler des Jahres gekürt. Timberlake bekam auch die Trophäe «Quadruple Threat of the Year». Fallout Boy wurden zur besten Gruppe erklärt, und Rihanna durfte sich auch noch über den Preis «Monster Single of the Year» für «Umbrella» freuen. Die «Most Earthshattering Collaboration» wurde Beyoncé und Shakira für «Beautiful Liar» bescheinigt, zu den besten Newcomern wurden die Gym Class Heroes gekürt. Zwei technische Preise für Regie und Choreographie gingen ins Timberlake-Lager.
Für den Hingucker des Abends zumindest bei den männlichen Zuschauern sorgte einmal mehr Beyoncé. Ihr golden glitzerndes Kleid ließ derart tiefe Einblicke zu, dass nach der Preisübergabe eine Assistentin die Robe vorsichtshalber fixierte.
Timberlake gefiel sich darin, MTV an seine Wurzeln als Musiksender zu erinnern: «Ich möchte MTV auffordern, mehr Videos zu spielen!» rief er bei der Entgegennahme seines ersten Preises. Und beim zweiten Preis: «Wir wollen nicht die Simpsons im Reality-Fernsehen sehen.» Offenbar ist Justin weder Fan von Jessicas noch Ashleys MTV-Shows. (Nekesa Mumbi Moody/AP)