24.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Solche Bilder erhoffen sich die Veranstalter auch von der Essener Loveparade
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In Essen haben einige Ladenbesitzer schon Getränkelager aus ihren Läden gemacht. Zehntausende Techno-Fans werden zur Love Parade erwartet.
Trotz seiner Kritik an der Loveparade in Essen will ihr Gründer Dr. Motte (bürgerlich: Matthias Roeingh) am Wochenende in der Stadt auflegen. «Die Parade schaue ich mir aber nicht an, damit würde ich sie ja nur unterstützen», sagte der 47-Jährige am Freitag. Am Samstagabend will er dennoch in einem Essener Club bei einer offiziellen Loveparade-Party am DJ-Pult stehen. «Das kann mir ja keiner verbieten.»
Er wolle kein Spielverderber sein und wünsche den Besuchern der Parade «viel Spaß».
An der diesjährigen Loveparade kritisierte der Künstler die neuen Veranstalter um den Fitness-Ketten-Besitzer Rainer Schaller. «Jetzt ist die Parade nur noch ein reiner Werbezweck», sagt der Techno- Musiker, «uns ging es früher um die Darstellung der Gegenwartskultur.»
Dr. Motte hatte 1989 mit einigen Freunden die erste Loveparade unter dem Motto «Friede, Freude, Eierkuchen» auf dem Berliner Kurfürstendamm veranstaltet. Nach dem Aus für die ursprüngliche Parade 2004 war er 2006 nicht mehr an der Neuauflage mit dem Hauptsponsor Schaller beteiligt.
Vorbereitungen laufen auf HochtourenEinen Tag vor dem erwarteten Ansturm von mehreren hunderttausend Fans laufen in der Essener Innenstadt die Vorbereitungen für die erste Loveparade im Ruhrgebiet auf Hochtouren. Auf dem Berliner Platz am Rande der Innenstadt war bereits in den vergangenen Tagen eine 23 Meter hohe Bühne für die Abschlusskundgebung aufgebaut worden.
Während einige Ladenbesitzer in der Essener Innenstadt bereits am Freitag vorsorglich ihre Türen geschlossen hielten, witterten andere offenbar das Geschäft mit dem Verkauf von Getränken und Snacks. Viele Läden waren von den Inhabern ausgeräumt und zu Getränkelagern umfunktioniert worden.
600.000 WattBeim Essener Ruhrbistum hat die von den Veranstaltern angekündigte Beschallung der Innenstadt mit mehr als 600.000 Watt dagegen für Bedenken um die Sicherheit der «Goldenen Madonna» gesorgt. Die weltweit als älteste bekannte Marienfigur geltende Statue steht in einer Seitenkapelle des Essener Doms nur etwa 100 Meter von dem Zugweg entfernt. Das Kunstwerk aus der Zeit um 990 nach Christus dürfe nicht mehr bewegt werden und keinerlei Erschütterungen ausgesetzt werden, sagte ein Bistums-Sprecher am Freitag.
Unterdessen meldete die Essener Touristikzentrale noch einige freie Betten für kurzentschlossene Raver. Die Unterkünfte in Essen seien zu 80 Prozent ausgebucht, hieß es. Mit dem großen Ansturm der Techno-Fans wird allerdings erst zu der Parade gerechnet. Das «Love Weekend» war am Donnerstag verhalten gestartet. Am Freitagabend sollten rund 30 Partys in Essen und anderen Städten auf die Loveparade einstimmen. Die Veranstalter sprechen von rund 700 Künstlern, die bis zum Sonntag für insgesamt 1000 Stunden elektronischer Musik sorgen sollen. (dpa)