27.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Von einer anderen Welt, für eine bessere Welt: Richard Ashcroft
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Manche nennen ihn den «besten Sänger der Welt», andere beschreiben Richard Ashcroft als «völlig verpeilt». Seine Band The Verve war eine der erfolgreichsten der 90er-Jahre - jetzt kommen die Briten zurück.
Ende der neunziger Jahre waren The Verve mal die beste britische Indie-Rock-Band. Für schnelllebige Musik-Business-Verhältnisse ist das lange her. Mit Hits wie «Bittersweet Symphony» oder «The Drugs Don't Work» katapultierte die Gruppe sich damals an die Spitze der Charts. Dann kam es zum Streit, der schließlich zur Trennung führte. Acht Jahre später versucht das Quartett jetzt an den Erfolg vergangener Tage anzuknüpfen: The Verve nehmen ein neues Album auf, schreibt Frontmann Richard Ashcroft auf seiner Homepage.
Ashcroft ist ein brillanter Musiker, leider ist der charismatische Brite mit den vollen Lippen aber auch ein passionierter Kiffer, was nicht ganz unverantwortlich für seine künstlerische Entwicklung ist. Nach dem Aus der Band 1997 zog sich der mittlerweile 35-Jährige mit Frau, Kind und Hund auf einen Landsitz in der englischen Provinz zurück.
Dort bastelte er recht träge an seiner Solokarriere und empfing gelegentlich mal einen Journalisten zum Interview. Denen bot sich stets das gleiche Bild: Ein «völlig verpeilter» Musiker, der über Weltverbesserungs-Theorien fantasiert. Die Musikwelt drehte sich ohne ihn weiter, genauso schnell, wie Ashcroft seine Joints rollte. Immerhin brachte er während dieser Zeit drei Soloalben zustande.
Ein neues Album und sechs KonzerteNoch Anfang des Jahres hatte Ashcroft Comeback-Gerüchte dementiert: «Eher werdet ihr die vier Beatles zusammen auf die Bühne bekommen». Was den Sänger jetzt aus seinem Kiffer-Koma gerissen hat, ist unklar, jedenfalls wollen Ashcroft und seine ehemaligen Bandmitglieder Nick McCabe, Simon Jones und Pete Salisbury im November wieder gemeinsam auf der Bühne stehen, wenn auch vorerst nur für sechs Konzerte. Dann soll es auch ein neues The Verve-Album geben, vorerst nur sechs Konzerte sollen folgen.
Auf dem Höhepunkt ihres Erfolges, den sie 1997 mit dem Hit-Album «Urban Hymns» erreichten, nannte Oasis-Frontmann Noel Gallagher The Verve eine der «wichtigsten Bands der Musikgeschichte». Und als Ashcroft 2005 beim «Live 8»-Konzert im Londoner Hyde Park gemeinsam mit Coldplay auftrat, wurde er als «bester Sänger der Welt» angekündigt. Nach der Trennung der Gruppe 1999 veröffentlichte der 35-Jährige die drei Soloalben «Alone with Everybody», «Human Conditions» und «Keys to the World». (nz)