netzeitung.deNeu, alt - egal: Grönemeyer kommt an

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Herbert Grönemeyer genießt solche Auftritte (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Herbert Grönemeyer genießt solche Auftritte
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im fast ausverkauften Leipziger Zentralstadion ist die Rückkehr Grönemeyers in die zu Konzertbühnen umgestalteten Sportarenen zu einem Triumph geworden. Fast 50.000 Menschen feierten den Star - und sich selbst.

Herbert Grönemeyer, dessen Open Air Tour 2007 ihn durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien führt, hat bei seinem umjubelten Auftritt in Leipzig die Stimmung ins Stadion zurück geholt. Das Publikum feierte seinen Star und sich selbst.

Grönemeyer machte es seinen 48.000 Anhängern in Leipzig einfach: Er bediente sie mit Songs aus seinem jüngsten Album «12» ebenso wie mit den alten Hits aus seiner über 20-jährigen Karriere. Doch er ist nach wie vor keiner, der sich voller Routine auf die Bühne stellt und sein Repertoire zum Besten gibt. «Der erste Abend ist immer furchtbar schwer», ließ er seine Fans wissen. Dies umso mehr, wenn man mit einer neuen CD im Gepäck unterwegs sei. «Kommen die neuen Stücke an, oder singt man sie so vor sich her?» lautete seine Frage, die er sich bei seinem gefeierten Tourauftakt schließlich selbst beantworten durfte.

Vom ersten Ton an, den er allein am Flügel inmitten des Zentralstadions spielte, war klar: Auch mit «12» hat er wieder den Nerv seiner Fans getroffen. «Leb in meiner Welt» stand am Anfang, «Kopf hoch tanzen» forderte er seine Fans auf, um selbst in gewohnt tapsiger Tanzbärenmanier den rund 40 Meter langen Bühnensteg im Stadion auf und ab zu tanzen.

Druckvoll und krachend
Mit «Musik nur wenn sie laut ist» ging er in seiner Karriere ein gutes Stück zurück. Druckvoll und krachend unterstützte ihn seine Band und brachte ihn weiter in Fahrt. Zweifel an der eigenen Persönlichkeit als Künstler sollte dieser Mann wohl nicht mehr haben. Dennoch berichtete er von Lampenfieber, das ihn auch heute noch oder vielleicht auch erneut quäle. «Vor dem ersten Gig überlegt man immer, ob einen die Leute überhaupt noch kennen und steigert sich da so rein, dass man dann leicht einen an der Waffel hat, aber das legt sich.»

Wenngleich er mit Hits wie «Was soll das?» oder «Männer» die Menge zum fröhlichen Mitsingen und Mittanzen bringt, Grönemeyer lässt sein Publikum nicht einfach einen Abend lang heile Welt spielen. Zu wichtig ist ihn das Anliegen, das er mit seinem Engagement für die Aktion «Deine Stimme gegen Armut» verfolgt.

Was Armut bedeutet, machte er an einem Beispiel fest: «Es ist ein Zynismus des Westens, dass in Afrika nur ein Fünftel der Menschen, die Medikamente gegen AIDS brauchen, diese auch bekommen», beklagte er und sang «Marlene» vom Album «12». Der Text über eine Aids-Kranke kam an. Der Beifall bewies, dass die Fans ihr Idol verstanden.

Leise Töne
Auch in anderen Liedern zeigte Grönemeyer, dass er ein Mann der leisen Töne sein kann. Die Botschaft von «Der Weg» kam in ihrer Zärtlichkeit auch in der großen Stadionschüssel rüber, «Land unter» oder «Halt mich» waren für den Künstler auf der Habenseite zu verbuchen. Doch der Sänger ließ auch purer Lebensfreude freien Lauf, brachte mit seiner WM-Hymne «Zeit, dass sich was dreht» das Zentralstadion innerhalb kürzester Zeit zum Kochen.

In die warme Nacht entließ er seine Fans nach dem rund zweieinhalbstündigen Konzert ganz ruhig: «Zur Nacht» lautete das Finale des ersten Abends der Open Air Tour 2007.

Weitere Termine: 27.05 Wien, 28.05. Meran, 29.05. Graz, 31.05. Stuttgart, 03.06. Hannover, 05./06.06. Frankfurt am Main, 09./10.06. Gelsenkirchen, 13.06. Berlin, 14.06. Erfurt, 16.06. München, 17.06. Nürnberg, 20./21.06. Köln, 23./24.06. Hamburg, 25.06. Bremen, 27.06. Bern. (Jörg Aberger, AP)