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Das Beste kommt erst noch

11. Mai 2007 09:02
Ein bisschen Sinatra, etwas James Dean: Michael Bublé
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Michael Bublé ist mit seiner neuen CD «Call Me Irresponsible» direkt auf Platz eins der Album-Charts geschossen. Jens Teschke freut sich darüber, ebenso wie auf die Tour im Herbst.

Achtung: Dies ist keine objektive Besprechung der neuen Michael Bublé CD. Nein, ich bekenne: Ich bin Fan und von daher positiv voreingenommen, was die Musik des 31-jährigen Kanadiers angeht. Wer jemals Bublé live gesehen hat, der wird verstehen, warum man dem Sänger uneingeschränkt großartige Entertainer-Qualitäten bescheinigen muss und vor allem, warum die viel zu oft strapazierten Vergleiche mit Frank Sinatra bei Bublé ausnahmsweise mal gerechtfertigt sind.

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Das dritte Album von Michael Bublé trägt mit «Call Me Irresponsible» schon einen Sinatra-Song im Titel. In den 60er Jahren sang Sinatra diesen Titel regelmäßig in seinen Las-Veags-Shows, ein kleiner, langsam startender Song, der dann immer intensiver wird. Auch mit dem Eröffnungssong auf dem Album, «The best is yet to come», huldigt Bublé seinem Vorbild. Dabei orientiert sich John Clayton sehr nah an dem legendären Quincy Jones Arrangement auf Sinatras «It might as well be swing». Aber, und das macht Bublé zu so einem genialen Sänger und Entertainer, er verharrt nicht nur in Swing-Nummern.

In fast jedem Genre zu Hause

Diesmal sind es auch Songs von Leonard Cohen, Eric Clapton und Gamble&Huff, die Bublé interpretiert, ihnen seinen ganz persönlichen Stil gibt. Bublé ist damit in fast jedem Genre zu Hause. Natürlich will man ihn von Seiten seines Labels auch ein bisschen poppig machen. Also hat man seine Eigenkomposition «Everything» als Single ausgekoppelt. Es ist ein fröhlicher und hitverdächtiger Song und für den Swing-Fan ein tolerabler Tribut an den Massengeschmack.

Das vierte Album 'Call Me Irresponsible'
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Stimmlich überzeugt Bublé sowohl bei «lauten» Nummern wie «I’ve got the world on a string» als auch bei «leisen», wie dem Clapton-Song «Wonderful Tonight». Hier singt Bublé im Duett mit dem portugiesischen Sänger Ivan Lins. Eine Zusammenarbeit, die auch wieder an Sinatra erinnert, zu dessen schönsten Alben seine Sessions mit Antonio Jobim gehören.

Auch bei seiner starken Interpretation von «Coming Home Baby» setzt Bublé auf prominente Stimm-Unterstützer: Boyz II Men machen den Titel von der schmalzigen Mel Torme Nummer der 60er Jahre zu einem Groove-Song. Sinatra, Dean Martin, Bobby Darin sind sicherlich die großen drei, die Bublé beeinflusst haben, aber er begann seine Karriere auch mit Elvis-Songs im Repertoire. Und so ist sein «Always on my mind» auch mehr Presley als Willie Nelson, der sich auch schon der Ballade angenommen hat.

Bublé, der Frauenschwarm

Mit «Home» gelang Bublé bei seinem letzten Album «It’s time» ein selbst komponierter Chart-Erfolg. Die Pop-Ballade begeisterte auch ein jüngeres Publikum und machte Bublé zum Frauenschwarm. Neben «Everything» hat er diesmal noch «Lost» geschrieben und setzt auch da wieder auf dieses Gefühl von Einsamkeit, vergangener Liebe. Auf jeden Fall hat «Lost» durchaus «Home»-Qualitäten.

Bublé in nachdenklicher Pose
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«That’s life» hat in den letzten Monaten eine seltsame Renaissance erfahren. Plötzlich wird der Titel, der eine zeitlang so etwas war wie der Sinatra-Theme-Song, aus der Musikvergangenheitskiste gezerrt, und sowohl Russell Watson als auch Anthony B., sogar Michael Bolton stimmten plötzlich diesen Song an, bei dem es um den täglichen Kampf um Platz eins geht.

Und nun also auch Michael Bublé. Er macht daraus einen Gospel! Überhaupt zeigt der Kanadier auf diesem Album mal wieder, wie viele Facetten er drauf hat. Vom heißen Latin-Lover Sänger in «It had better be tonight» wird er zum Schmusesänger in «Me and Mrs. Jones» – in seiner Interpretation eine noch smoothere und erotischere Nummer als im Original von Billy Paul.

«Anmerkung zum Stand der Liebe»

Bublé weiß seit seinen ersten Erfolgen vor sieben Jahren, wie wichtig die Produzenten und Musiker für ihn sind. So finden sich dann auch bewährte Namen auf dem Album wieder. Produzent ist der 14-fache Grammy-Gewinner David Foster, der auch Barbra Streisand und Celine Dion zu seinen Kunden zählt, Toningenieur ist Humberto Gatica, auch er eine feste Größe in der Pop-Szene.

Für Bublé ist «Call me irresponsilbe» seine «Anmerkung zum Stand der Liebe». Für uns ist es ein drittes, überzeugendes Album, das Lust macht auf die Tour, die Bublé im Herbst auch wieder nach Deutschland führt. Gerade dann wird er zeigen, dass er der würdigste Nachfolger des Entertainers Sinatra ist. In diesem Sinne setzen wir also ganz auf die Botschaft des Songs: «The best is yet to come».

Michael Bublé: «Call Me Irresponsible» (Reprise/Warner)

 
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