Wolfgang Petry macht Schluss
Zusammen mit Roger Whittaker bekam Petry am Samstag bei der Veranstaltung, die am 24. September um 20.15 Uhr im ZDF übertragen wird, die Platin-Stimmgabel für das Lebenswerk.
Sein neues Album «30», das am 22. September zu seinem 55. Geburtstag auf den Markt kommt, enthalte sein Abschiedslied: «Die Jahre Mit Euch». Die Gründe für das Karriereende seien vielschichtig. «Es ist schön, ein Musikant zu sein, aber es ist grausam, ein Star zu sein», sagte Petry. «Mich hat die zunehmende Bekanntheit nachdenklich und verschlossen gemacht.» Die Leute starrten ihn an, selbst wenn er an der Ampel auf Grün warte, klagte der Star und erzählte von seinen Tourneen: «Du kommst ins Hotel, drei Uhr nachts, total kaputt und willst sofort ins Bett. Da steht der Hoteldirektor plötzlich vor Dir und schwingt eine Rede. Das ist furchtbar», sagte Petry. «Für mich war das irgendwann eine Form von Freiheitsberaubung.»
Trotz aller Arzneien habe er manchmal die hohen Töne nicht mehr getroffen. Dann sei ihm bei einem Konzert schwarz vor Augen geworden. Fortan habe er keine 100 Prozent mehr geben können und sei unzufrieden geworden. «In meinem Leben habe ich es immer gehalten, wie es in einem meiner Titel heißt: Ganz oder gar nicht!» Am meisten habe ihm aber immer sein Lied «Mit Offenen Armen» bedeutet.
Auf die Frage, ob er etwas anders machen würde, wenn er noch einmal von vorn anfangen könnte, antwortete der Sänger: «Nichts.» Er könne sich nicht wünschen, dass es bei einem mittleren Erfolg geblieben wäre. Sein größter Wunsch sei jedoch, auf dem Kölner Weihnachtsmarkt in der Schlange zu warten und niemand sage: «Mensch Wolle, geh doch vor». Petry: «Ich möchte mich hinten anstellen.» (nz)

