netzeitung.deWolfgang Petry macht Schluss

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Wolfgang Petry (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Wolfgang Petry
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Der Auftritt von Wolfgang Petry für die Aufzeichnung der «Goldenen Stimmgabel» am Samstag war der letzte seiner Karriere, hat der Schlagersänger angekündigt. Bekanntheit sei für ihn «eine Form von Freiheitsberaubung», beklagte Petry.

Schlagersänger Wolfgang Petry beendet nach 30 Bühnenjahren seine Karriere. Starrummel und Erkältungskrankheiten haben ihm sein Leben als Musiker verleidet, wie Petry («Wahnsinn») der Künstleragentur Allendorf Media sagte. «Der Auftritt bei Dieter Thomas Heck in der Goldenen Stimmgabel ist der letzte meiner Karriere. Ich habe bei Heck in der ZDF-Hitparade angefangen, jetzt höre ich bei Heck auf. Der Kreis schließt sich.»

Zusammen mit Roger Whittaker bekam Petry am Samstag bei der Veranstaltung, die am 24. September um 20.15 Uhr im ZDF übertragen wird, die Platin-Stimmgabel für das Lebenswerk.

Sein neues Album «30», das am 22. September zu seinem 55. Geburtstag auf den Markt kommt, enthalte sein Abschiedslied: «Die Jahre Mit Euch». Die Gründe für das Karriereende seien vielschichtig. «Es ist schön, ein Musikant zu sein, aber es ist grausam, ein Star zu sein», sagte Petry. «Mich hat die zunehmende Bekanntheit nachdenklich und verschlossen gemacht.» Die Leute starrten ihn an, selbst wenn er an der Ampel auf Grün warte, klagte der Star und erzählte von seinen Tourneen: «Du kommst ins Hotel, drei Uhr nachts, total kaputt und willst sofort ins Bett. Da steht der Hoteldirektor plötzlich vor Dir und schwingt eine Rede. Das ist furchtbar», sagte Petry. «Für mich war das irgendwann eine Form von Freiheitsberaubung.»

Zu viele «Gaffer», zu viele Pillen
Zudem habe er seine Stimme im Laufe der 30 Bühnenjahre überbeansprucht, berichtete Petry. Wegen langer Autogrammstunden in nasskalten Stadien und zugigen Hallen habe er auch in immer schnellerer Folge unter Erkältungskrankheiten gelitten und dagegen zu viele Medikamente genommen. «Ich wusste, das kann ich nicht noch 20 Jahre machen. Wenn Dich die Hoteldirektoren und die Gaffer an der Ampel nicht umbringen, dann tun es die Pillen», sagte Petry.

Trotz aller Arzneien habe er manchmal die hohen Töne nicht mehr getroffen. Dann sei ihm bei einem Konzert schwarz vor Augen geworden. Fortan habe er keine 100 Prozent mehr geben können und sei unzufrieden geworden. «In meinem Leben habe ich es immer gehalten, wie es in einem meiner Titel heißt: Ganz oder gar nicht!» Am meisten habe ihm aber immer sein Lied «Mit Offenen Armen» bedeutet.

Auf die Frage, ob er etwas anders machen würde, wenn er noch einmal von vorn anfangen könnte, antwortete der Sänger: «Nichts.» Er könne sich nicht wünschen, dass es bei einem mittleren Erfolg geblieben wäre. Sein größter Wunsch sei jedoch, auf dem Kölner Weihnachtsmarkt in der Schlange zu warten und niemand sage: «Mensch Wolle, geh doch vor». Petry: «Ich möchte mich hinten anstellen.» (nz)