15.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Elton John
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In seinem Album «The Captain And The Kid» verarbeitet Elton John seine Trauer um gestorbene Freunde und erzählt Geschichten aus Amerika. Nebenbei verrät er auch seine Meinung über moderne Musik.
Elton Johns neues Album «The Captain And The Kid» ist in seinem Heimatland Großbritannien einhellig gelobt worden. Im Gegensatz zu anderen Fortsetzungen der Rockgeschichte sei es eine sehr gelungene Anknüpfung an ein altes Erfolgsalbum, urteilte unter anderem die Zeitung «The Times».
Mit dem Song «Blues Never Fade Away» verarbeite der 59-Jährige seine Trauer um gestorbene und ermordete Freunde wie Freddie Mercury, John Lennon und Prinzessin Diana, verriet der Sänger Reportern. John leide vor allem unter dem Tod seines besten Freundes, des italienischen Designers Gianni Versace. Versace wurde 1997 in Miami erschossen.
«Der Song handelt davon, wie unfair es ist, wenn wunderbare Menschen gehen und andere nicht. Die dritte Strophe handelt von Gianni, der Ungerechtigkeit und den Schmerzen, die nie vergehen», sagte John der britischen Boulevardzeitung «The Sun». «Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an Menschen wie Gianni, Diana, John Lennon und die anderen Freunde denke, die völlig unnötig gehen mussten.»
«Schamlose Nabelschau» trotzdem erfolgreichDer Sänger und Bernie Taupin, der seit Jahrzehnten die Texte zu den Songs von Elton John liefert, sind mit dem Album nach mehr als 30 Jahren zu ihren Anfängen in Amerika zurückgekehrt. 1976 hatten sie in den USA als Newcomer erste Erfolge mit «Captain Fantastic And The Brown Dirt Cowboy» gefeiert.
Nun erzählen beide unter ihren Spitznamen «Captain» und «Kid» die Amerika-Geschichten von damals weiter - schillernd bunt und fantasievoll, wie die Fans das von John und Taupin gewöhnt sind.
«The Captain And The Kid» sei eine gelungene Meditation über ihre eigene künstlerische Beziehung als Songschreiber und darüber hinaus zu Amerika in den vergangenen Jahrzehnten, schrieb die Zeitung «The Independent»: «Die große Überraschung ist, dass so eine schamlose Nabelschau tatsächlich recht bewegend sein kann.»
Williams «größter Solostar der Welt»Doch Elton John beschäftigt sich auch mit moderner Musik. Der einzige Sänger, der es heute mit dem «Queen»-Sänger Freddie Mercury aufnehmen könne, sei Robbie Williams. Auch Mercury, der 1991 an Aids starb, war ein guter Freund Elton Johns. Auch wenn Robbie Williams' neues Album «Rudebox» nicht sein Geschmack sei, habe der Brite ähnlich viel Talent wie Mercury. Er sei derzeit «der größte Solostar der Welt und er sollte darauf stolz sein», sagte er.
John verriet, dass ihm die Bands «Arctic Monkeys» und «The Feeling» auch gut gefielen. Mit Bob Dylans Ansicht, wonach alle modernen Songs nur «grauenhaft» seien, stimme er nicht überein. «Er hört ganz offensichtlich nicht so viel Musik wie ich. Ich verstehe seinen Werdegang, aber ich denke, er hört nicht genug moderne Musik», sagte John. (nz)