netzeitung.deDer Papst mag keinen Pop

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Papst Benedikt XVI. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Papst Benedikt XVI.
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Weil er angeblich nicht den Musikgeschmack seines Vorgängers teilt, hat Papst Benedikt XVI. mit einer Tradition gebrochen. Nach zwölf Jahren.

Zwölf Jahre lang hatte Papst Johannes Paul II. im Vatikan alljährlich zu Weihnachten zum Popkonzert geladen, bei dem unter anderem Stars wie Sängerin Lauryn Hill aufgetreten waren. Diese Zeiten sind mit Benedikt XVI. offenbar vorbei. «Papst Ratzinger zieht Mozart und Bach der Popmusik vor, deshalb kommt das traditionelle Vatikan-Konzert zu einem Ende», zitiert der Onlinedienst «Dotmusic» aus der italienischen Zeitung «La Stampa».

Das alljährliche, wohltätige Konzert soll nach Monaco verlegt werden. Erstmals im Jahr 1993 waren italienische und internationale Popstars im Paul-VI.-Auditorium aufgetreten. Und jedes Jahr hatte Papst Johannes Paul das Publikum und die Künstler in einer Video-Nachricht gegrüßt.

Im vergangenen Jahr war Johannes Pauls Nachfolger der Veranstaltung ganz fern geblieben. Unter dem neuen Pontifex gingen Änderungen vor sich, heißt es bei der italienischen Agentur ANSA. «Benedikt XVI. ist ein sehr nüchterner Papst» und habe nichts für Unterhaltung dieser Art übrig. Es gehe ihm vielmehr darum, den katholischen Glauben zu seiner geistlichen Essenz zurückzuführen.

Entschuldigung gefordert
Laut «La Stampa» wolle der deutschstämmige Papst außerdem Skandale verhindern. Wie den im vergangenen Jahr, als die Show der brasilianischen Sängerin Daniela Mercury abgesagt wurde, weil sie in ihrer Heimat an einer Kampagne für Kondome teilgenommen hatte.

2003 hatte US-Sängerin Lauryn Hill, Ex-Frontfrau der Fugees, vor 7500 Zuschauern vorgeschlagen, dass die katholische Kirche sich entschuldigen solle für die Verbrechen, die in den USA von pädophilen Priestern begangen wurden. Ihr Statement wurde für die TV-Version des Konzertes herausgeschnitten. (nz)