28.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Sonny Rollins
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Er gehört zu den berühmtesten Jazz-Saxofonisten der Welt. Und Sonny Rollins weiß auch um die negative Macht der Musik.
Musik löse besondere Kräfte aus, im positiven wie negativen Sinne, sagt der Jazz-Saxofonist Sonny Rollins im Interview mit der «Zeit». Man könne sie benutzen, «um Menschen dazu zu bringen, andere Menschen umzubringen. Es gibt eine ganze Menge kriegerischer Musik, die dafür sorgt, dass Menschen in ein Flugzeug steigen und Bomben abwerfen auf andere Menschen. Und die Musik gibt ihnen das Gefühl, das Richtige zu tun».
Musik könne benutzt werden, um zu zerstören, aber auch, «um etwas aufzubauen. Meine Musik soll dazu beitragen, etwas zu erschaffen», so der 75-Jährige, den die amerikanische Jazz Journalists Association (JJA) gerade zum «Musiker des Jahres» und zugleich zum «Tenorsaxofonisten des Jahres» gewählt hat.
«Wenn die Leute meine Musik mögen, dann freut mich das, aber es ist auch eine Herausforderung. Ich kann mich nicht einfach entspannen und darüber nachdenken, was für eine tolle Platte ich da wieder gemacht habe.» Er sei sich «viel zu sicher, dass ich es noch besser machen kann», sagt Rollins über seinen musikalischen Ehrgeiz. «Ich möchte besser spielen, bessere Ideen haben, mehr lernen. Ich versuche, zu spielen, was in der Luft liegt. Ich möchte mir bewusst machen, was auf der Welt geschieht, und es mit meinem Saxophon verarbeiten.» Nur so bleibe er «so lebendig wie der Jazz». (nz)