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Die Rapper Offendum und Ragtop (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Rapper Offendum und Ragtop
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Sie rappen von Jerusalem und von der Diskriminierung von Muslimen nach dem 11. September. In den USA suchen arabisch-amerikanische Rapper ihren eigenen Stil.

Hip-Hop und Rap haben eine lange Tradition, Frustration und Trauer aus dem Alltag von Minderheiten Ausdruck zu geben. Der Ursprung der Musik liegt in afro-amerikanischen Ghettos von US-Großstädten wie New York und Los Angeles. Grandmaster Flash And The Furious Five gehören zu den Urvätern, und auch Run DMC, Public Enemy, Gang Starr, KRS-One und N.W.A rappten mal mehr mal weniger politisch vom schlechten Leben und häufig viel zu frühen Sterben eines Schwarzen in den USA.

Nun gibt der Sprechgesang einer weiteren US-Minorität Halt und Öffentlichkeit: Arabisch-amerikanische Künstler wie Omar Offendum und Ragtop aus Los Angeles singen vom Schicksal der Palästinenser oder dem Generalverdacht, unter dem Muslime seit den Anschlägen vom 11. September 2001 stehen, der ihr Leben grundlegend verändert hat.

Bei einem Konzert, zu dem sich jüngst mehr als 300 meist arabischstämmige Zuhörer in den New Yorker Coda Club zwängten, wurde klar, dass viele Menschen sich von den Texten angesprochen fühlen. Der noch kleine Trend findet zunehmend Zulauf.

Jede Ebene deines Lebens
«Hip Hop hat schon immer versucht, dem Widerstand angesichts der Unterdrückung eine Stimme zu geben», zitiert die Nachrichtenagentur AP Offendum. «Wenn du als Araber aufwächst, ist das Politische sehr wichtig, denn es berührt jede Ebene deines Lebens auf unterschiedlichste Art und Weise.» Zwischen den Minderheiten gebe es auf jeden Fall ein Gefühl der Solidarität, wie mit den Afro-Amerikanern. Und das sei nicht nur in der Musik so, fügt Ragtop hinzu. «Palästinenser sind in Israel auch Bürger zweiter Klasse.»

Offendum und Ragtop rappen in Englisch und Arabisch. Sie mischen Elektro-Samples mit klassischer arabischer Musik, die sie von ihren Eltern kennen und unterlegen das Ganze dann mit Hip-Hop-Beats.

Wie damals in der Bronx
Während es in Israel, Palästina und Europa schon länger arabischen Rap gibt, ist der Stil in den USA noch am Anfang. Namen wie Iron Sheik oder die Euphrates sind nicht sonderlich bekannt. Doch die Fangemeinde wächst, glaubt man Fans des Konzerts von Offendum und Ragtop: «Sie sind sehr politisch, aber das ist ein Teil dessen, was wir sind», wird eine 27-jährige, palästinensischstämmige Designstudentin zitiert. «Diese Musik ist wie der ursprüngliche Hip-Hop aus der Bronx, bevor er kommerziell wurde. Ich glaube sie hat Zukunft.» (nz)