«Rust Never Sleeps»: Neil Young wird 60
Seine leicht nasale Stimme, die dahingestolperten Riffs seiner Akustikgitarre und die eindringlichen Texte machen Neil Young seit Jahrzehnten unverwechselbar. «In seinen Songs ist man sofort zu Hause», behaupten Kritiker. Für seine Fans hat der experimentierfreudige Kanadier trotzdem immer wieder eine Überraschung parat. Vom Liedermacher mit sanften Folk-Balladen und Anti-Kriegssongs entwickelte er sich über Hard-Rock-Rhythmen in den späten Siebzigern zum Punk-Pionier und «Pate des Grunge». An diesem Samstag feiert Neil Young seinen 60. Geburtstag.
Seine Wurzeln hat Young im Folk und Country: Mit der Band Buffalo Springfield wurde der 1945 in Toronto geborene Musiker Mitte der sechziger Jahre durch Songs wie «Broken Arrow», «I Am A Child» und «Mr. Soul» berühmt. Aber eine Band war nie genug für ihn. Mit Crosby, Stills, Nash & Young bildete er nach einem Auftritt beim legendären Woodstock eine Supergroup. Zwar trennten sie sich nach einem erfolgreichen Live-Doppelalbum «Four Way Street» (1971) offiziell wieder, die Zusammenarbeit riss jedoch nie ab. Auch mit den Bands Crazy Horse und Stray Gators fand er sich über die Jahre hinweg immer wieder zu Musik-Projekten zusammen, auch wenn er viele Solo-Gänge machte.
Auf seiner Tour «Rust Never Sleeps» (1978) - eine direkte Antwort auf Punk - bewies Young, dass er sich nicht festlegen ließ. Sein Song «Hey, Hey, My My» ist eine Hommage an Johnny Rotten alias John Lydon von den Sex Pistols. Die berüchtigte Zeile daraus «It's better to burn out than to fade away» fand sich später in dem Abschiedsbrief, den Grunge-Legende Kurt Cobain kurz vor seinem Selbstmord 1994 hinterließ. Neil Young nahm den Song «Sleeps with Angels» als Tribut für Cobain auf.
Heute lebt Young mit seiner Frau Peggy und seinen drei Kindern auf einer Ranch in den Bergen um San Francisco, züchtet Pferde und Büffel und sammelt Modelleisenbahnen und Oldtimer. Dort will er auch seinen Geburtstag verbringen. Über sein Alter macht er sich keine Gedanken. «Man macht einfach weiter wie bisher», sagte er in einem Interview. (dpa)

