12.10.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Das neue Album
Foto: Promo
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Devendra Banhart ist der Star der Neo-Folk-Szene in den USA. Auf seinem neuen Album «Cripple Crow» lässt er seinen kleinen Kosmos noch ein bisschen brillanter strahlen.
Drei Alben in drei Jahren hat Devendra Banhart veröffentlicht. Sein neuestes, «Cripple Crow» ist auf einem größeren Label erschienen und könnte den in Texas geborenen, aber in New York lebenden Künstler mit dem indischen Namen endlich zu mehr als nur einem Geheimtipp werden lassen.
In Großbritannien wird der Songwriter schon lange mit Nick Drake verglichen, und dass der 24-Jährige mit dem beeindruckendem Vollbart tatsächlich ein Faible auch für britische Pop-Größen hat, zeigt sein neues Album-Cover: Statt der üblichen Strichzeichnungen des Ex-Kunststudenten lockt eine bunte Fotocollage, die an eine bizarre Neuauflage des Sgt.-Pepper's-Albums der Beatles erinnert.
Ran ans Lagerfeuer!Gemeinsam mit seinem ausgedehnten Freundeskreis aus Musikern der neuen US-Folkszene hat er stolze 22 Stücke eingespielt. Sein ungewöhnliches Gitarrenspiel, seine zerbrechliche Stimme und die zuweilen kryptischen Songtexte sind darauf erhalten geblieben, neu ist eine opulentere Instrumentierung, die auch Musikfans ansprechen dürfte, die sich am Lo-fi-Charme sattgehört haben. Ganz so Underground ist die so genannte Antifolk- und Neo-Bohemian-Szene New Yorks seit dem Erfolg von Jungstar Adam Green ja ohnehin nicht mehr.
Auf «Cripple Crow» gelingt es Banhart endlich überzeugend, griffige Folkstücke mit wunderbar entrückten und fast schon verstörenden Songs zu kombinieren. Raus aus der Einsiedelei, ran ans Lagerfeuer - das könnte das Motto von Devendra Banharts wohl bisher bestem Album sein. (nz)