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Shout Out Louds (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Shout Out Louds
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Derzeit wird fast schon eine Austreibung des Elektro zelebriert. Gefragt sind echte Gitarren und echtes Schlagzeug. Und es gibt Neuentdeckungen wie die Shout Out Louds.

Wer dieser Tage Konzerte «angesagter» Bands besucht, wartet umsonst auf special effects. Meist steigen ein paar junge Menschen, die Instrumente beherrschen und auch noch singen können, auf die Bühne, und dann wird gespielt. Einfach nur gespielt. Das ist erfrischend geradeaus, nach all dem Style und der Überproduktion, die sich über viele Augen und Ohren gelegt haben.

So zum Beispiel die Magic Numbers, eine Band aus Großbritannien, die schon länger als Geheimtipp gehandelt wird. Die vier Musiker sind der Alptraum eines jeden PR-Managers. Denn auch, wenn ihre Musik gut, wahr und schön ist, sind es eben Musiker und keine Models, die auf der Bühne stehen und das Publikum mit einer Akustik-Version von Beyoncés «Crazy in Love» zum Springen bringen.

Auf ihrer Tour für das mit dem Bandnamen betitelte Albumdebüt kamen sie auch durch Deutschland. Denn das elaborierte, Ton für Ton gefühlte Songwriting von Sänger Romeo und das unprätentiöse, einzig der Musik gewidmete Auftreten der Band hat für eine schnell wachsende Fangemeinde gesorgt. Doch erlebte das Publikum, das für die Briten gekommen war noch eine weitere Überraschung.
«Howl Howl Gaff Gaff»
Wie im Märchen waren die Shout Out Louds aus Schweden zwar die Vorband, doch die eigentlichen Stars des Abends. «Howl Howl Gaff Gaff» heißt ihr erstes Album, und der Titel sowie auch das Cover dürften auf PR-Leute ähnlich wirken wie das Äußere der Magic Numbers.

Doch das alles ist völlig egal, wenn man die Musik der Shout Out Louds hört. Wunderbare Songs, die zwischen der guten Laune der Kaiser Chiefs und dem ewigen Lament der Bright Eyes schwanken. Eingängige Melodien, zuweilen schroffe Instrumentierung, mal Hit, mal Frickelstück, und manchmal erinnert die Stimme von Sänger Adam auch noch an Robert Smith von The Cure.

Der Opener heißt «The Comeback» und hat es bereits in einige Clubs geschafft, denn es handelt sich um einen perfekten knapp dreiminütigen Popsong. Doch auch «Very Loud» oder «Hurry Up Let's Go» sind grandios, abgerundet von einem schwebenden «Go Sadness». Und das war erst der Anfang.

Shout Out Louds, «Howl Howl Gaff Gaff» (Capitol/ EMI), ab 4. Oktober im Handel.

Magic Numbers, «Magic Numbers», (Capitol/ EMI) seit Ende August im Handel.