Rolling Stones verärgert über «Angie»: Rolling Stones ärgern sich über die CDU22. Aug 2005 11:31, ergänzt 16:04  |  Mick Jagger und Angela Merkel | Foto: dpa/nz |
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Die Partei nutzt den Rolling-Stones-Song «Angie», um ihre Kanzlerkandidatin Angela Merkel zu bewerben. Um Erlaubnis gefragt hatte die CDU zudem nur bei der GEMA – und die ist nicht zuständig.
Die Rolling Stones sind nicht gut zu sprechen auf die CDU. Die Band stößt sich daran, dass die Partei den Stones-Hit «Angie» auf einer Wahlkampfveranstaltung in Dresden hatte laufen lassen, ohne die Verwendung mit dem Management der Band abzustimmen.
«Wir sind überrascht, dass uns niemand um Erlaubnis gefragt hat», äußerte sich das britische Management der Rolling Stones im «Observer». «Wenn das jemand getan hätte, hätten wir nein gesagt.» Und nicht nur das: Zudem scheint man bei der CDU vergessen zu haben, sich den Text des Stückes aus dem Jahr 1973 genauer anzusehen: «Angie, Angie, ist es nicht Zeit, dass wir goodbye sagen?», heißt es da. «Alle Träume, die wir so fest gehalten haben, scheinen sich alle in Rauch aufgelöst zu haben», und «Ohne Liebe in unseren Seelen und ohne Geld in unseren Mänteln – du kannst nicht sagen, dass wir zufrieden sind.»
Die CDU scheint die eher pessimistische Zukunftsperspektive aus «Angie» allerdings nicht anzufechten: «Wir haben bei der GEMA angefragt, und was wir tun, ist korrekt», zitiert die britische Zeitung einen Parteisprecher. Das Problem ist allerdings, dass die GEMA in diesem Fall gar nicht zuständig ist. Werde ein Song - wie in diesem Fall «Angie» - an so exponierter Stelle verwendet, sei dies nicht über den Vertrag abgedeckt, den die Partei mit der GEMA für die Musikverwendung bei Wahlkampfauftritten habe, erläuterte GEMA-Sprecherin Elfriede Rossori der Nachrichtenagentur Associated Press. Rechteinhaber in Sachen «Angie» ist der Essex-Musikvertrieb, der in Deutschland über die TJ Musikservice GmbH vertreten wird. «Wir wurden vor der Nutzung nicht gefragt», sagte Jens Ehlers von dem Hamburger Musikverlag. Man habe sich nun allerdings mit der CDU in Verbindung gesetzt. Böse Absicht unterstellt Ehlers des Parteistrategen nicht. Er geht von Unwissen aus: Dazu, wie genau der Verlag reagieren werde - und ob der Partei nun Geldforderungen ins Haus stehen, wollte er sich aber nicht äußern. Die CDU werde aber bald Post von Essex bekommen.
Schon des öfteren hatten sich Parteien Popsongs zur Unterstützung ihrer Wahlkampagnen ausgeliehen – und ebenfalls des öfteren waren sie damit auf wenig Gegenliebe bei den Urhebern gestoßen: «Ich will, dass die Leute wissen, dass ich keine Wahl hatte», kommentierte Norman Cook alias Fatboy Slim die Tatsache, dass sein Song «Right Here, Right Now» von der britischen Labour Pary im Jahr 2000 als Wahlwerbung benutzt wurde. Auch bei U2 bediente sich Labour, ohne zu fragen. «Wie können sie es wagen, unsere Musik dazu zu benutzen, um ihren Scheiß zu promoten?», war die Reaktion von Massive Attack darauf, dass ihr «Man Next Door» von den britischen Konservativen benutzt worden war. (nz)
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