09.08.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Schwache Konstitution: Eko Fresh
Foto: Sony BMG
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Deutschland harte Hip-Hopper sind in der Formkrise. Nachdem sich gerade erst Sido blamiert hatte, zeigte sich auch Kollege Eko Fresh von einer ganz sensiblen Seite.
Sie wollen Deutschlands böseste Jungs sein aber die letzten Nachrichten aus der harten Rap-Szene sprechen eine ganz andere Sprache. Nachdem Aggro-Mann Sido am Wochenende bereits schmollend von der Bühne des «Splash»-Festivals geflüchtet war, weil Zuschauer ihn mit ausgestreckten Mittelfingern und Wurfgeschossen begrüßt hatten, präsentierte sich jetzt auch Kollege Eko Fresh als ausgesprochen sensibler Charakter.
Wie der «Express» herausfand, musste der «König von Deutschland»-Rapper in der letzten Woche die Polizei zur Hilfe rufen er hatte sich an einem Haschisch-Muffin verhoben. Der Rapper und eine Freundin hatten rund fünf Gramm der Droge in einen Teig integriert, sich aber offenbar mit der Wirkung verschätzt.
Nachdem Eko Fresh eins von den Gebäckstücken probiert hatte, wurde ihm schlecht, er klagte über Atemnot und hohen Blutdruck.
«Bin total am Ende»Da er nach eigenen Angaben Angst hatte, dass seine Lunge reißen würde, rief er schließlich selbst die Polizei, die den Rap-Star in eine Klinik einliefern ließ. «Normalerweise vertrage ich das», rechtfertigte sich der Musiker gegenüber der Zeitung. «Ich bin körperlich total am Ende. Seitdem ich vor zwei Wochen in eine Schlägerei mit einem Fan eines anderen Hip-Hoppers geraten bin, geht es mir saudreckig. Bei der Prügelei ist meine Lunge gerissen, ich kam auf die Intensivstation, wurde operiert.»
Er habe sich jedoch vorzeitig aus dem Krankenhaus entlassen lassen, so Eko Fresh weiter: «Ich darf nicht mehr rauchen, darum habe ich die Muffins gebacken. Das mache ich sonst nie.» Und, nicht zuletzt: «Ich gebe zu, dass ich schon Marihuana geraucht habe.»
Zwar ist der Hip-Hopper nicht der erste Mensch, der sich mit der Wirkung von Haschisch-Keksen verschätzt hat der Szene, die permanent an ihren martialischen Posen feilt, passen die jüngsten Vorfälle jedoch nicht wirklich ins Image. Beobachter fragen sich schon, welche Schlagzeile als nächstes für Aufregung sorgen wird: «Fler von kleinem Mädchen überfallen?». (nz)