Hundertausende protestieren bei Live-8-Konzerten gegen Armut:
Hundertausende kommen zu Live-8-Konzerten
Die Live-8-Konzerte sind nach Angaben von Organisator Bob Geldof weltweit von drei Milliarden Fernsehzuschauern verfolgt worden. Geldof machte die Angabe am Samstag drei Stunden nach dem Beginn der Show in London. Die Zahl der Konzertbesucher wurde auf insgesamt zwei Millionen geschätzt.
In einer Anzeige in der britischen Zeitung «The Times hatten die beteiligten Musiker geschrieben: «Die 8 von Live 8 sind nicht etwa 8 Musiker oder Bands, sondern Sie - die 8 G8-Führer.» UN- Generalsekretär Kofi Annan dankte in London allen engagierten Musikern: «Ich glaube, dass Ereignisse wie diese wirklich dazu beitragen können, die Welt zu verändern», sagte er. «Es ist wunderbar zu sehen, dass sich so viele junge Leute an dieser Kampagne gegen die Armut beteiligen.»
Mit einem flammenden Appell von Südafrikas Ex-Präsidenten Nelson Mandela ging Afrikas einziges Konzert der weltweiten Live-8-Proteste gegen Armut zu Ende gegangen. «Wo es Armut gibt, gibt es keine Freiheit», rief der Friedens-Nobelpreisträger auf dem Mary Fitzgerald-Platz in Johannesburg. Vor dem
Schlussakt forderte er die Staats- und Regierungschefs der acht größten Industrienationen auf, keine leeren Versprechungen zu machen: «Sie haben die historische Gelegenheit, das Tor zur Hoffnung aufzustoßen.«
«Man sieht, dass die Mächtigen dieser Welt dabei sind, leicht einzuknicken. Aber man muss sie schubsen, schubsen, schubsen», sagte Campino. Grönemeyer und Top-Model Claudia Schiffer hatten zuvor am Brandenburger Tor ein Transparent «Deine Stimme gegen Armut» unterzeichnet.
Ex-Beatle McCartney trat als erster beim Live-8- Konzert im Londoner Hyde Park ins Rampenlicht. Zusammen mit U2-Frontmann Bono sang er den Beatles-Hit «Sergeant Pepper's Lonely Hearts Club Band». Die Anfangszeile «It was 20 years ago today.........» erinnerte an das legendäre Live-Aid-Konzert vor 20 Jahren, das ebenfalls der irische Musiker Bob Geldof organisiert hatte. Diesmal hofft er, mehr als zwei Milliarden Menschen zu Aktionen für die Ärmsten der Welt zu mobilisieren.
Die Londoner Polizei hatte sich mit einer Urlaubssperre auf das größte Musikereignis eingestellt, das die britische Hauptstadt bisher je erlebt hat. Ein Mitglied des Königshauses wurde zu dem Konzert allerdings nicht erwartet. In der schottischen Hauptstadt Edinburgh demonstrierten am Samstag 120 000 Menschen für eine stärkere Bekämpfung der Armut. Bei der Kundgebung sollte auch eine Botschaft von Papst Benedikt XVI. verlesen werden.
Das Musikeraufgebot liest sich wie ein Who's Who der internationalen Top-Stars: So wurden am Abend am Museum of Art in Philadelphia Will Smith, Jon Bon Jovi, Destiny's Child, Linkin Park, Stevie Wonder und die Black Eyed Peas erwartet. Auch in Rom und Paris waren Konzerte angesetzt. In Moskau, wo etwa die Pet Shop Boys angekündigt waren, wurden ebenfalls 200.000 Menschen auf dem Roten Platz erwartet.
Zahlreiche deutsche Fernsehsender waren mit Live-Übertragungen und Zusammenschnitten bei Live 8 dabei. Erst nach Mitternacht sollte der Musikmarathon enden. (nz)

