netzeitung.deKonzertmarathon Live 8 in Tokio begonnen

 Herausgeber: netzeitung.de

Japanische Fans beim Live-8-Konzert (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Japanische Fans beim Live-8-Konzert
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In Tokio ist mit der isländischen Sängerin Björk die weltweite Konzertreihe Live 8 gestartet. In der «Times» erklärten die Sänger noch einmal ihre Forderungen.

In Tokio hat am Samstagmorgen die weltweite Konzertreihe Live 8 zur Unterstützung der ärmsten Länder begonnen. In einem Stadion in Tokio bejubelten die Fans unter anderen die isländische Sängerin Björk.

Madonna tritt in London auf
Musiker aus aller Welt wollen mit der Konzertreihe ein Zeichen gegen Armut und Elend in der Welt setzen. Die Live-8-Reihe, die der irische Musiker Bob Geldof initiiert hat, setzt sich nach dem Start in Tokio in weiteren Städten rund um den Globus fort. Zu den insgesamt 10 Konzerten werden über eine Million Fans erwartet.

In Berlin rechnet man mit etwa 100.000 Fans. Die Konzerte beginnen dort ab 14.00 Uhr am Brandenburger Tor. Zentrum der Konzertreihe ist jedoch der Londoner Hyde Park: Hier sind 200.000 Karten verteilt worden. Ab 15.00 Uhr treten dort hochkarätige Popstars wie Elton John, Paul McCartney, Sting und Madonna auf.

Das größte Mandat zum Handeln
Die Live-8-Konzerte sollen Druck auf die Staats- und Regierungschefs der größten Industrienationen ausüben, die sich vom 6. bis zum 8. Juli zum G-8-Gipfel in Schottland treffen. Die Popsänger haben die G-8-Staaten aufgefordert, die Entwicklungsländer großzügig zu unterstützen. In einer Anzeige in der britischen Zeitung «The Times» schrieben sie: «Die 8 von Live 8 sind nicht etwa 8 Musiker oder Bands, sondern Sie - die 8 G8-Führer.»

Die Staats- und Regierungschefs der sieben größten Industriestaaten und Russlands müssten den ärmsten Ländern der Welt nachhaltig helfen: «Wir sammeln für Sie das größte Mandat zum Handeln, das es in der Geschichte je gegeben hat. Genauso wie das Volk einst die Abschaffung der Sklaverei gefordert hat, das Wahlrecht für Frauen, das Ende der Apartheid, fordern wir jetzt ein Ende der ungerechten Absurdität extremer Armut, die jeden Tag 50.000 Menschen tötet - im 21. Jahrhundert.»

Kein Beifall für Halbherzigkeiten
Vor 20 Jahren hätten die Popstars beim Live-Aid-Konzert um Spenden gebeten. Diesmal gehe es um Gerechtigkeit. «Wir werden nicht für irgendwelche Halbherzigkeiten oder für Business as usual Beifall klatschen», warnten die Musiker. «Dies muss ein historischer Durchbruch werden. Enttäuschen Sie uns nicht.» Die Musiker fordern unter anderem, dass 50 Milliarden Dollar an zusätzlicher Entwicklungshilfe bereit gestellt werden. Zudem fordern sie einen gerechteren Welthandel. (nz)