Veranstalter: Berlin lässt Live 8 hängen
24.06.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Veranstalter: Berlin lässt Live 8 hängen
«Keinen Finger krumm gemacht» hätten Politik und Wirtschaft, um Bob Geldofs Benefiz in der Hauptstadt attraktiv zu päsentieren. Konzertmanager Marek Lieberberg prophezeit eine Riesen-Blamage. Thema: Streit um Live 8 Die Replik: Bund und Berlin haben ...
Millionen Musikfans freuen sich weltweit auf das Konzertereignis des Jahres am 2. Juli. Auch in Berlin treten Stars wie BAP, Herbert Grönemeyer und Green Day kostenlos auf, um im Namen von Popstar Bob Geldof für eine Aufstockung der Entwicklungshilfe zu werben. Doch während Metropolen wie London oder Paris ihre Bands im besten Licht präsentieren, zeigen sich die Politiker der deutschen Hauptstadt bestenfalls desinteressiert, behauptet nun Konzertveranstalter Marek Lieberberg in der «Süddeutschen Zeitung».
«Nur Absagen»Auch von Seiten der Wirtschaft habe er keinerlei Unterstützung bekommen, so Lieberberg. Berlin sei der einzige der sieben Veranstaltungsorte, der keinerlei Sponsoren vorweisen könne, und das, obwohl man 50 deutsche Großunternehmen angeschrieben habe. Das Ergebnis: «nur Schweigen und Absagen», so Lieberberg. Der Veranstaltungsort, eine «schmale Bühne» vor der Siegessäule, sei ebenfalls eine Katastrophe und erst nach «ewigem Hin und Her» mit der Berliner Senatskanzlei frei gegeben worden.
Absurde Schlange vor der BühneLieberberg prophezeite, dass sich das Publikum in einer langen Schlange vor dem «absurdesten Konzertareal der Welt» stauen werde - nämlich 24 Meter breit und 1,5 Kilometer lang. Andere, geeignetere Areale, wie etwa das Reichstagsgelände seien ihm nicht zugeteilt worden. Weder Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit noch Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (beide SPD) hätten sich schnell oder gar kooperativ gezeigt.
Erst Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul habe sich für das Konzert eingesetzt. Er bereue es, so der Veranstalter, das er sich nicht an Städte wie Frankfurt oder München gewandt habe, die sich weit entgegenkommender gezeigt hätten. (nz)