Briten machen Front gegen «Crazy Frog»
31.05.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Nummer eins auf der Insel: Crazy Frog
Foto: Jamba
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Zum ersten Mal belegt ein Handy-Klingelton den ersten Platz der britischen Hitparade. Die «Sun» ruft ihre Leser zum Kampf gegen den nervigen Frosch aus Deutschland auf.
In den britischen Zeitungen dominiert das Entsetzen über den neuen Spitzenreiter der Charts: Der Axel-F-Remix des «Crazy Frog» ist in dieser Woche die meistverkaufte Single auf der Insel. Der zeitgleich veröffentlichte Coldplay-Song «Speed of Sound» muss sich mit den zweiten Platz abfinden, was den «Independent» dazu bringt, den Brit-Poppern hämisch dazu zu raten, doch auch auf Klingeltöne umzusatteln.
Neben den kulturellen Aspekten der Nachricht schmerzt die Briten besonders, dass es auch noch Deutsche waren, die der Welt zu dem verrückten Frosch verholfen haben:
Der Track stammt aus den Rechnern des Produzententeams Bass Bumpers, die bereits in den frühen Neunzigern einige Clubhits verbuchen konnten. Von rund 400 Beschwerden gegen die aggressive Werbung für den «Crazy Frog» in Großbritannien berichtet der «Guardian».
Frosch-Genital «entschärft»Moniert wurde dabei vor allem die Tatsache, dass in der ersten Fassung des Spots die Genitalien des Bikerfroschs deutlich zu erkennen waren. Wegen der Proteste wurde der Zeichentrick inzwischen entschärft.
Die «Sun» will sich nicht in passiven Kulturpessimismus flüchten, sondern fordert ihre Leser zum Handeln auf: «Der Frosch muss krepieren», ist das Motto einer Leseraktion, mit dem das Massenblatt das Schlimmste verhüten will nämlich, dass der «Crazy Frog» auch noch ein Album nachlegt. Der «Guardian» hat derweil in Deutschland ferngesehen und dabei entdeckt, dass hier noch ein weiterer Star darauf wartet, von den Briten entdeckt zu werden: «Prepare for Sweety der Küken». (nz)