netzeitung.deCrazy Frog schlägt Coldplay

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Crazy Frog (Foto: Jamba<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Crazy Frog
Foto: Jamba
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In England stürmt erstmals ein Klingelton die Singlecharts. Gegen den Crazy Frog hat nicht einmal Coldplay eine Chance.

«Du siehst bairisch rappende Klingeltonindianer auf Viva, die sich selbst die Genitalien verstümmeln und 'Mei tut das weh' rufen, und denkst: Es ist vorbei. Du siehst den besoffenen Klingelton-Elch auf MTV, die kopulierenden Schildkröten, die furzenden Affen und Folli, den kleinen Drachen, und weisst: Du bist, egal wie sehr du dich auch anstrengst, nicht mehr jung.

Jung sind die, die das alles super finden und ihr ganzes Taschengeld ausgeben und Sweety das Küken, Mr. Chaos den nackten Teufel oder Sören das Arschlochbaby auf ihr Handy zu laden, um der Welt eine Botschaft zu schicken, die du nicht verstehst.» Dieser tragische Abgesang stand jüngst im Magazin der «Süddeutschen Zeitung» zu lesen, und neue Entwicklungen in den britischen Single-Charts werden das Gefühl der Vergreisung bei den neuen Alten noch verstärken.

Wie die BBC meldet, ist «Axel F» von Crazy Frog, der erste als Single verkaufte Klingelton, dabei, die neue Nummer eins zu werden und damit die doch eigentlich so hippe Band Coldplay zu verdrängen. Die hat mit «Speed of Sound» ihre erste Single seit 2003 veröffentlicht, und für Label und Musikmärkte stand bereits fest, dass es die Nummer eins würde. Doch das wird nun mit großer Wahrscheinlichkeit der Crazy-Frog-Remix von Harold Faltermeyers «Axel F».

«Musikpuristen werden nicht so glücklich sein, dass sich Crazy Frog besser verkauft als Coldplay. Doch kommt das eigentlich nicht überraschend, wenn man den Reiz des Neuen bedenkt und die umfangreiche Werbung», sagte ein Sprecher der Kette HMV dem Onlinedienst «Dotmusic».

Die einzige Sorge sei derzeit ohnehin, ob das Label mit dem Pressen der Crazy-Frog-CDs nachkomme. (nz)